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Studiengebühren in Deutschland
wo zahle ich was?

von Michael Stegemann

HörsaalSeit der Einführung der Studiengebühren in Deutschland wird die Kostenfrage eines Hochschulstudiums für Abiturienten noch schwieriger. Neben den Semesterbeiträgen, die überall erhoben werden, sind die neu eingeführten Studiengebühren in einigen Ländern zu zahlen. Die Finanzlage in welcher Studenten sich befinden, abhängig von den Eltern, BAföG und einem Nebenjob macht dieses Thema sehr relevant. Aufgrund der Tatsache, dass Bildungsrecht Landesrecht ist, existieren in Deutschland sechzehn verschiedene Gesetze und Beitragssätze. Teileweise sind auch die Hochschulen (durch ihr Satzungsrecht) selbst befugt eigene Regelungen zu schaffen. In welchem Bundesland welche Gebührensätze erhoben werden, soll hier dargestellt werden und so einen Vergleich für Studienanfänger ermöglichen.

 

Baden-Württemberg
Seit dem Sommersemester 2007 müssen die Studenten 500 Euro pro Semester an die Universität zahlen. Dies gilt nur nicht für beurlaubte Studenten, für bestimme ausländische Studenten, für hochbegabte Studenten und Promotionsstudenten. Einen Antrag auf Befreiung von den Studiengebühren haben zudem Lehramtsstudenten im Praxissemester, Studenten mit einem Kind, Studenten mit Geschwistern die keine Gebührenbefreiung in Anspruch genommen haben und teilweise für Ausländer und Menschen mit Behinderungen. Die Semesterbeiträge betragen, abhängig von der Hochschule 40 bis 80 Euro pro Semester.

 

Bayern
Bereits seit 1999 gab es in Bayern Studiengebühren für ein Zweitstudium und später dann auch für Langzeitstudierende. Durch die Angleichung der Gebühren müssen nun seit dem Sommersemester 2007 zwischen 100 bis 500 Euro gezahlt werden. Viele Hochschulen reizen jedoch die Höchstgrenze von 500 Euro aus, sodass es meist nur an den Fachhochschulen einen undeutlich geringeren Gebührensatz zu entrichten gibt. Ausgenommen von den Studiengebühren sind nur Studenten, welche Kinder pflegen und erziehen, bestimmte ausländische Studenten und Stipendiaten, sowie Schwerbehinderte. Zudem hat die LMU (Ludwig-Maximillans-Universität München) eine Sonderregelung für besonders gute Studenten. Wer zu den besten zehn Prozent gehört, kann von den Studiengebühren befreit werden. Der allgemeine Semesterbeitrag in Bayern beträgt zwischen 35 und 45 Euro. Dazu kommt an einigen Hochschulen ein Zwangsbeitrag für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs (Semesterticket).

Berlin
In Berlin müssen Studenten keine Studiengebühren bezahlen. Dafür jedoch einen relativ hohen Semesterbeitrag von etwa 250 Euro pro Semester als Verwaltungsgebühren. Darin enthalten ist jedoch das Semesterticket zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel.

Brandenburg
An den Hochschulen in Brandenburg werden keinerlei Studiengebühren erhoben. Der Semesterbeitrag ist auch mit 51 Euro sehr studentenfreundlich.

Bremen
Seit dem Wintersemester 2006/2007 müssen Studenten, die nicht ihren Hauptwohnsitz in Bremen haben und Studenten, welche die Regelstudienzeit von fünfzehn Semestern überschritten haben, eine Studiengebühr von 500 Euro entrichten. Ausnahmeregelungen gibt es für Studenten mit Kindern und BAföG-Empfänger. Nach Klagen vor den Verwaltungsgerichten, in welcher die Landeskinderregelung gerügt wurde, muss Bremen bis zur Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts die Erhebung von Studiengebühren aussetzen. Da die Rechtslage in Bremen augenblicklich ungeklärt ist, müssen nur Langzeitstudenten ab dem 14. Semester Studiengebühren in Höhe von 500 Euro zahlen. Der Semesterbeitrag beträgt augenblicklich etwa 190 Euro, worin aber ein Semesterticket enthalten ist.

Hamburg
In der Freien und Hansestadt Hamburg wurden zum Sommersemester 2004 für Nicht-Hamburger und Langzeitstudenten Studiengebühren von 500 Euro eingeführt. Nach einer Klage vor dem Verwaltungsgericht, waren die Hochschulen jedoch gezwungen worden, diese vorerst auszusetzen. Ab dem Sommersemester 2007 wurde eine generelle Studiengebühr von 500 Euro festgeschrieben, woraufhin es an der Hochschule für bildende Künste zu einem Boykott kam, welcher zur Exmatrikulation der Hälfte der Studenten führte. Seit dem Wintersemester 2008/2009 gelten für alle Studenten Studiengebühren in Höhe von 375 Euro pro Semester. Diese müssen jedoch erst bezahlt werden, wenn das Jahreseinkommen über 30'000 Euro steigt, also in der Regel erst nach dem Studium. Der Semesterbeitrag beträgt etwa 50 Euro.

Hessen
Laut der hessischen Landesverfassung sind Ausbildungen an den Hochschulen unentgeltlich, wenn die wirtschaftliche Lage des Lernenden zu gering ist. Ab dem Jahr 2003 wurden schleichend Studiengebühren unter dem Deckmantel von Verwaltungsgebühren eingeführt. Zudem wurde für Langzeitstudenten und Zweitstudierende eine Gebühr eingeführt. Im Wintersemester 2007/2008 wurde dann eine allgemeine Studiengebühr von 500 Euro eingeführt, für ein Zweitstudium, Dissertationen und andere sogar bis zu 1'500 Euro pro Semester. Nach dieser Einführung kam es zu starken Protesten und Klagen vor dem Staatsgerichtshof des Landes Hessens, bis hin zum Bundesverfassungsgericht. Zum 1. Juli 2008 trat jedoch ein neues Gesetz in Kraft, welches die Studiengebühren wieder aufhob. Somit ist Hessen das erste Bundesland, welches nach einem Jahr die Studiengebühren für das Erststudium wieder abgeschafft hat. Die Gebührenpflicht für ein Zweitstudium besteht aber weiter fort. Der allgemeine Semesterbeitrag beträgt etwa 50 Euro.

 

Mecklenburg-Vorpommern
Für Studenten an den Hochschulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern werden keine Studiengebühren erhoben. Je nach Einrichtung schwanken die Semestergebühren zwischen 40 Euro (z.B. Universität Greifswald) und 110 Euro (z.B. Universität Rostock), wobei teilweise ein Semesterticket enthalten ist.

Niedersachen
Seit dem Sommersemester 2007 müssen Studenten eine Studiengebühr von 500 Euro pro Semester zahlen. Ausnahmen gibt es nur für Eltern minderjähriger Kinder. Für Studenten, welche die Regelstudienzeit um vier Semester überschritten haben, sind sogar Studiengebühren von 600 bis 800 Euro fällig. Der Semesterbeitrag beträgt je nach Einrichtung bis zu 275 Euro, einschließlich Semesterticket für den Nahverkehr. Damit ist Niedersachsen eines der teuersten Pflaster für Studenten.

Nordrhein-Westfalen
Seit dem Sommersemester 2007 müssen alle Stundenten an den Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen Studiengebühren in Höhe von 500 Euro bezahlen. Da im Landesrecht festgeschrieben ist, dass jede Hochschule selbst darüber entscheidet ob und in welcher Höhe Studiengebühren anfallen, könne diese unterschiedlich sein. Befreiungen sind zudem für Eltern und behinderte Menschen vorgesehen. Die Semesterbeiträge betragen, mit dem Semesterticket, ca. 140 Euro im Semester.

Rheinland-Pfalz
Das Erststudium in Rheinland-Pfalz ist kostenfrei. Für ein Zweitstudium wird eine Studiengebühr von 650 Euro pro Semester fällig, wenn nicht das Erststudium in Rheinland-Pfalz erfolgte. Die gleichen Gebühren sind für Langzeitstudenten ab Überschreitung der Regelstudiumszeit um das 1,75-fache zu entrichten. Der Semesterbeitrag beträgt ca. 140 Euro, worin auch die freie Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel enthalten ist.

Saarland
An saarländischen Hochschulen ist eine Studiengebühr von 500 pro Semester zu entrichten. Die Semestergebühr beträgt, inklusive der Freinutzug des Nahverkehrs, 137 Euro.

Sachsen
Der Freistaat Sachsen erhebt für das Erststudium keine Gebühren. Selbst Langzeitstudenten müssen keine Gebühren bezahlen. Für ein Zweitstudium sind jedoch Studiengebühren in Höhe von 300 bis 450 Euro je Semester zu zahlen. Der Semesterbeitrag beträgt je nach Hochschule 90 bis 160 Euro.

Sachsen-Anhalt
Für das Erst- und Zweitstudium werden in Sachsen-Anhalt keine Studiengebühren erhoben. Nur Langzeitstudenten müssen nach der Überschreitung der Regelstudienzeit um vier Semester eine Studiengebühr in Höhe von 500 Euro entrichten. Der Semesterbeitrag beträgt ca. 60 Euro im Semester.

Schleswig-Holstein
Das Land Schleswig-Holstein ermöglicht ein sowohl gebührenfreies Erststudium, als auch ein gebührenfreies Zweitstudium. Selbst Langzeitstudenten müssen hier keine Studiengebühren entrichten. Der Semesterbeitrag beträgt etwa 100 Euro, inklusive dem Semesterticket zur Nahverkehrsnutzung.

Thüringen
Erst- und Zweitstudium sind in Thüringen kostenfrei. Langezeitstudenten zahlen jedoch ab dem vierten Semester über der Regelstudienzeit eine Gebühr von 500 Euro pro Semester. Die Semesterbeiträge der Hochschulen sind unterschiedlich, bewegen sich jedoch meist im Rahmen von 50 Euro, ohne Semesterticket.

Zusammenfassung

Baden-Württemberg

Semesterbeitrag: 40 bis 120 Euro

Studiengebühren Erststudium: 500 Euro

Studiengebühren Zweitstudium: 500 Euro

Langzeitstudenten: 500 Euro

 

Bayern

Semesterbeitrag: 35 bis 45 Euro (plus teilweise Semesterticketkosten)

Studiengebühren Erststudium: 100 bis 500 Euro

Studiengebühren Zweitstudium: 100 bis 500 Euro

Langzeitstudenten: 100 bis 500 Euro

 

Berlin

Semesterbeitrag: 140 bis 250 (teilweise mit Semesterticket)

Studiengebühren Erststudium: keine

Studiengebühren Zweitstudium: keine

Langzeitstudenten: ca. 250 Euro (inklusive Semesterticket)

 

Brandenburg

Semesterbeitrag: 51 Euro

Studiengebühren Erststudium: keine

Studiengebühren Zweitstudium: keine

Langzeitstudenten: keine

 

Bremen

Semesterbeitrag: ca. 190 Euro (inklusive Semesterticket)

Studiengebühren Erststudium: bis zum Urteil des BVerfG keine

Studiengebühren Zweitstudium: bis zum Urteil des BVerfG keine

Langzeitstudenten: 500 Euro (ab dem 14. Semester)

 

Hamburg

Semesterbeitrag: 50 Euro (plus teilweise Semesterticketkosten)

Studiengebühren Erststudium: 375 Euro

Studiengebühren Zweitstudium: 375 Euro

Langzeitstudenten: 375 Euro

 

Hessen

Semesterbeitrag: 50 Euro (plus teilweise Semesterticketkosten)

Studiengebühren Erststudium: keine

Studiengebühren Zweitstudium: 500 bis 900 Euro

Langzeitstudenten: keine

 

Mecklenburg-Vorpommern

Semesterbeitrag: ca. 40 Euro (plus teilweise Semesterticketkosten)

Studiengebühren Erststudium: keine

Studiengebühren Zweitstudium: keine

Langzeitstudenten: keine

 

Niedersachen

Semesterbeitrag: ca. 150 bis 275 Euro (teilweise mit Semesterticket)

Studiengebühren Erststudium: 500 Euro

Studiengebühren Zweitstudium: 500 Euro

Langzeitstudenten: 600 bis 800 Euro

 

Nordrhein-Westfalen

Semesterbeitrag: ca. 140 Euro (teilweise mit Semesterticket)

Studiengebühren Erststudium: 0 bis 500 Euro

Studiengebühren Zweitstudium: 0 bis 500 Euro

Langzeitstudenten: 0 bis 500 Euro

 

Rheinland-Pfalz

Semesterbeitrag: ca. 140 (inklusive Semesterticket)

Studiengebühren Erststudium: keine

Studiengebühren Zweitstudium: 0 bis 650 Euro

Langzeitstudenten: 650 Euro ab 1,75-facher Regelstudienzeit

 

Saarland

Semesterbeitrag: 137 Euro (inklusive Semesterticket)

Studiengebühren Erststudium: 500 Euro

Studiengebühren Zweitstudium: keine

Langzeitstudenten: 500 Euro

 

Sachsen

Semesterbeitrag: ca. 90 bis 160 Euro (teilweise mit Semesterticket)

Studiengebühren Erststudium: keine

Studiengebühren Zweitstudium: 300 bis 450 Euro

Langzeitstudenten: keine

 

Sachsen-Anhalt

Semesterbeitrag: ca. 60 Euro

Studiengebühren Erststudium: keine

Studiengebühren Zweitstudium: keine

Langzeitstudenten: 500 Euro ab 4 Semestern über der Regelstudienzeit

 

Schleswig-Holstein

Semesterbeitrag: ca. 100 Euro (inklusive Semesterticket)

Studiengebühren Erststudium: keine

Studiengebühren Zweitstudium: keine

Langzeitstudenten: keine

 

Thüringen

Semesterbeitrag: ca. 50 Euro

Studiengebühren Erststudium: keine

Studiengebühren Zweitstudium: keine

Langzeitstudenten: 500 Euro ab 4 Semestern über der Regelstudienzeit

 

 

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