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Israel müht sich um besseren Ruf

von Benjamin Fredrich

20.02.2010 / 12:00 Uhr

Israel KamelWeil sich die Regierung Israels über den Ruf ihres Landes sorgt, sollen alle Bürger des Staates die Welt aufklären. Im Fernsehen, mit Flyern und auf einer eigens dafür eingerichteten Internetseite, erstellt vom Ministerium für Information und Angelegenheiten der Diaspora, werden Israelis und Juden dazu ermutigt das Bild ihrer Heimat bei Auslandsreisen zu verbessern.


Ursprünglich wurde dieser Aufruf an Flugzeugpassagiere gerichtet. Dem Informationsminister Yuli Edelstein zufolge ist die Aktion aufgrund einer Umfrage zustande gekommen. Nach dieser Umfrage denken 91% der Israelis, dass über ihr Land ein schlechtes Image aufgebaut wird und sie etwas dagegen machen müssen. Edelstein spricht von großen Mengen Geld die arabische Staaten in Propaganda gegen Israel investieren, sodass er als Gegenmaßnahme die Bürger Israels zu mobilisieren versucht.

Die Internetseite bietet jede Menge positive Antworten auf viele negativen Vorurteile. Ob für die Besetzung der Golanhöhen, Jüdische Siedlungen oder Kriege, die Juden werden strukturiert mit verteidigenden Argumenten bewaffnet. Geschichtlich wird das kleine Land durchweg als Opfer dargestellt. Die umliegenden Staaten haben Kriege grundsätzlich angefangen, Israel musste sich lediglich verteidigen. Auf die UN-Berichte, welche Israel Kriegsverbrechen vorwerfen, wird keine Antwort erbracht.

Mit einem Ansatz von Humor sind auf der Startseite drei gefälschte Videos zu sehen, in denen - eine spanische Frau meint, dass Israelis wegen fehlender Küchen ausschließlich draußen grillen - eine französische Nachrichtensprecherin nicht aufhörende Explosionen in Israel beschreibt und ein britischer Journalist das Kamel zum Haupttransportmittel erklärt. Ein Sprecher sagt nach diesem Clip in Hebräisch: „Haben Sie auch genug von dem Bild, dass von uns gezeichnet wird? Sie können das Bild verändern.“

Gelungenes Land mit merkwürdiger Regierung
Die Seite bietet daraufhin die Berichtigung, dass Israel kein großes Land ist, kulinarische und vielfältige Küche anzubieten hat, nicht nur Kamele als Transportmittel nutzt und keine Diktatur ist. Rundum ist Israel nach eigenen Aussagen ein wunderbar gelungenes Land auf dem gute Menschen und 2,4 Millionen Autos leben, es müsse nur mal gesagt werden.

Shlomo Avineri, Politikwissenschaftler der Hebräischen Universität Jerusalem, ist der Ansicht, dass die Kampagne aus einer Angst - falsch und unter boshaften Interessen dargestellt zu werden - heraus resultiert. Auf diese Weise sei das Vorhaben verständlich. Jedoch sind manche Fakten albern. Avineri verortet hinter der Kampagne eine bolschewistische Mentalität, indem der Staat jeden Bürger zum Diener der politischen Macht rekrutiert. Nirgendwo, so Avineri, sind Andeutungen zu finden, die die Probleme in der aktuellen Politik beschreiben.

 

Herr Avineri sagt weiter, dass die Israelische Regierung erstmals ein gesondertes Informationsministerium besitzt und die Errichtung dessen, ein Zeichen gewesen sei, dass die Regierung dieses Thema ohne jegliche Erfahrung behandeln würde.

Fast zeitgleich erscheint die Image-Aktion der Regierung mit der Diskussion über die Ermordung des Hamas-Anführers Mahmud al-Mabhuh in Dubai. Die Bevölkerung des Jüdischen Staates war über die sofortige Verdächtigung seines Geheimdienstes sehr überrascht. Beide Fälle zeigen, dass Israel nicht bemüht ist einen Konsens mit seinen Nachbarn zu erzielen. Stattdessen bemüht sich die Regierung die Geschichte zu verdrehen und ihre Gegner mithilfe des Geheimdienstes auszuschalten.

Quellen:

Aufruf des Ministeriums für Information und Angelegenheiten der Diaspora Israel
http://www.masbirim.gov.il/

Battling PR woes, Israel asks citizens to help (The Washington Post)

Positive Views of Israel, Brought to You by Israelis (International Herald Tribune)

After Gaza, Israel Grapples With Crisis of Isolation (International Herald Tribune)
 

 

 

 

 

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