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Gehirndoping - Kontrollen an Universitäten
von Kathleen Schulze

 

Die Lernpille ist der neuste Trend an den Universitäten – Kaffee, schwarzer Tee und / oder Energiedrinks werden lediglich noch zum Hinunterspülen der „smart drugs“ verwendet.

Nootropika (aus dem Griechischen übersetzt: „Verstand“ plus „Wendung/Richtung“) sind Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel, die Substanzen beinhalten denen eine vorteilhafte Wirkung auf das zentrale Nervensystem zugesprochen wird.

Eigentlich sind die Pillen, welche eine deutliche Verbesserung der Gehirnleistung bei gesunden Menschen hervorruft, für Kranke gedacht. Nun liegt es also dem überforderten Lerner frei welche Variante er bevorzugt ob er [A] seinem kleinen Geschwisterkind, welches versucht mit ADS zurechtzukommen, das RITALIN, [B] dem Großelternteil, welches an Demenz leidet, das TRENTAL oder [C] dem schlafkrankem, wegen der Narkolepsie bemitleidenswerten Freund, das VIGIL zu entwendet.

Für Studenten die das Rauben nicht mögen gibt es natürlich noch die Möglichkeit [D]: sich „Pep“, oder besser bekannt „Speed“, illegal durch die Nase zu ziehen. Viele Chemikalien die bei der Herstellung des Amphetamins genutzt werden unterstützen allerdings die Umweltkriminalität. Ferner bleibt dann nur noch dem umweltbewussten Kommilitonen, welcher weder auf Diebstahl noch auf illegale Machenschaften zurückgreifen will, Variante [E]: der allseits beliebte Gingko, Ginseng oder das Homöopathika CEREBRAL-DO. Mate Tee und Koffeintabletten haben im Gegenzug schon fast ausgedient.

Zunächst gelang die amerikanische Studentenszene an die im Internet verbreitete Information von Kampfpiloten aus den USA. Diese beschrieben ihre Erfahrungen mit RITALIN und ähnlichen Mitteln; unter anderem wäre eine Konzentrations- sowie Aufmerksamkeitsverbesserung eingetreten. Man könne sich Dinge viel besser merken und zeitgleich kreativer sein, da sich die Informationen im Hirn schneller verbinden. Wie so viele furchtbare Trends von der anderen Seite der Atlantikküste gelang auch dieser nun nach Deutschland.

In den Internetapotheken stieg der Verkauf von Medikamenten für das Hirn sprunghaft an – clevere Pharmaunternehmen, mit hoffentlich auch gedopten Mitarbeitern, bereiten sich genauso auf den Wissenschaftsstaat vor wie schätzungsweise die Food-Industrie. Dank dem „Actimel Drink“ am Morgen haben wir genügend Abwehrstoffe – dazu vielleicht ein „Gehirnbuster Brötchen“? Optimal! Die neusten Errungenschaften der Pharmaindustrie sind offiziell im Bereich der Demenz- und Schlaganfallforschung zu finden. Bei den Ernährungsfirmen wird die Forschung zum Brotaufstrich gehen, welcher uns hoffentlich alle klüger machen wird. Oder wer würde nicht gerne eine leckere Schokolade verputzen die uns zeitgleich auch 24h lang kreativer macht?

Hierzulande gibt es bisher noch keine genaueren Untersuchungen doch es ist davon auszugehen, dass viele Hochschüler Hilfsmittel schlucken. Speziell die absolut bemitleidenswerten Medizinstudenten, welche den einfachsten Zugang zu den Medikamenten und den einzig mit Lernaufwand verbundenen Studiengang gewählt haben, pushen sich. In den USA dopen sich rund 20 Prozent der Studenten regelmäßig vor den Prüfungen. In Deutschland sind es weniger, da man die Medikamente nicht rezeptfrei in der Apotheke bekommen kann, sondern online bestellen muss.

Gibt es also bald Gehirndoping-Kontrollen an den Universitäten?
Unter dem Aspekt der Schöpfungsgeschichte ist der Mensch so geboren, wie er ist. Eine Veränderung wäre nicht wünschenswert. Jedoch ist zu beachten, dass manche Menschen, welche mit weniger Intelligenz geboren wurden, diesen Fakt zu gerne berichtigen würden. Die Korrektur durch die Pille ist auf dem Vormarsch. Doch halt! Nicht jeder kann sich „smart drugs“ leisten! Die immer höher werdenden Studiengebühren stellten doch hier schon erste Hürden für mittellosere Kommilitonen auf. Nun schneiden sogar dieser, wenn er nicht zufälligerweise göttlich mit einem hohen IQ beschenkt wurde, gegen die dummen, aber mit „intelligenten Drogen“ aufgeputschten, Bonzen in dem nächsten Testat schlechter ab. Wird es in Zukunft so aussehen, dass nur noch reiche Familien ihre Stammhalter erfolgreich zu Universität senden können? Oder sollten Gehirndopingtests vor den Prüfungen eingeführt werden?

Es ist Abzuwarten wohin uns der neue Trend in unserem Wissenschaftsstaat führt, denn Nebenwirkungen sind Aufgrund mangelnder Langzeitstudien noch nicht bekannt.

 

 

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