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Die Sonderstellung Finnlands
während des Zweiten Weltkriegs

von Benjamin Fredrich

Hitler_MannerheimklFinnlands geopolitische Lage hatte eine zentrale Bedeutung für den Verlauf des zweiten Weltkriegs. Als autonomes Land zwischen den Alliierten, der Sowjetunion und dem dritten Reich galt es die eigene Existenz zu sichern. Noch bevor Hitler die Sowjetunion unter dem Decknamen „Barbarossa“ angriff, hatte sich das nordische Land 1939 kriegerisch mit dem kommunistischen Osten auseinandergesetzt. Finnland verlor in diesem, als Winterkrieg bezeichneten Konflikt, weite Teile des Staatterritoriums. Mit deutscher Unterstützung sollte der Fortsetzungskrieg die verlorenen Gebiete zurückerobern. Doch Hitler wurde niemals als Verbündeter anerkannt. Die finnischen Staatsmänner betonten die vollkommende Unabhängigkeit ihres Landes und bezeichneten die Deutschen lediglich als Waffenbrüder.

Der Winterkrieg - Ungleiche Kräfte
Auslöser für die sofortige Mobilmachung der Finnen war der von Molotow und Ribbentrop vereinbarte „Ribbentrop-Pakt“ oder „Grenz- und Freundschaftspakt“. Er beinhaltete einen Nichtangriffsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion, aber auch die Eingliederung Finnlands und der baltischen Staaten in das sowjetische System. Die Kampfhandlungen des Winterkrieges begannen am 30. November 1939 und verschärften sich mit der ersten Großoffensive der Sowjetunion vom 01. Dezember 1939, die 16 Tage dauern sollte. Etwa 30 Divisionen standen den neun Divisionen der Finnen gegenüber. In der Mitte der karelischen Landenge entwickelte sich der Angriff zu einem Stellungskrieg. Elf Monate lang wurde die Frontlinie der beiden Akteure kaum verändert. Die zweite Großoffensive der Russen folgte im Februar 1940. Hatte sich die finnische Armee noch während des ersten Angriffs zäh verteidigen können, wurde diesmal das Festland unter russische Kontrolle gebracht. Aus dem Kriegsarchiv der Sowjetunion geht hervor, dass im zweiten Großangriff 60 Divisionen gegen neun finnische Divisionen kämpften. Den Durchbruch erreichten die russischen Truppen bei Summa, Wyborg allerdings konnte nicht eingenommen werden. Über das Eis marschierten die Sowjets schließlich auf das Festland. England und Frankreich boten Finnland daraufhin Luftunterstützung und Waffenlieferung an.

 

Als Finnland in Friedensverhandlungen mit der Sowjetunion trat, wurden die Angebote der westlichen Mächte nochmals erhöht, letztlich aber nicht angenommen. Am 13.März 1940 schlossen Finnland und die Sowjetunion Frieden. Die Alliierten hatten mit der angebotenen Unterstützung die Absicht, über das Gebiet Finnlands eine neue Front gegen das Deutsche Reich eröffnen zu können. Durch den Friedensschluss verlor Finnland ganz Karelien und die Inseln im Finnischen Meerbusen. Mit 12 % Verlust an Territorien konnte die Selbständigkeit Finnlands jedoch bewahrt werden. Durch die Abwehr der Russen erging es den Finnen deutlich besser als ihren Nachbarn im Baltikum. Nach der Annektierung dieses Gebietes an die Sowjetunion, deportierte Stalin große Teile der Bevölkerung nach Sibirien.

Friedenszeit und Annäherung an das Deutsche Reich
Während in vielen Teilen Europas gekämpft wurde, baute Deutschland sukzessiv ein Bündnis mit Finnland auf. Hitler bekam einen Transportweg durch Lappland und damit einen Zugang zum Eismeer. Im Gegenzug empfing Finnland erbeutete Rüstungsgüter der Deutschen aus den ersten erfolgreichen Blitzkriegen. Hitler war nicht bereit, die in Deutschland hergestellte Rüstung an Finnland zu liefern. Bereits ab 1940 konzentrierte sich der finnische Handel stark auf das Deutsche Reich und der von Hitler neu besetzten Gebiete. Letzte Entscheidungshilfe für die Annährung an Hitler war die von den Sowjets geforderte Verstaatlichung der in kanadischem Besitz stehenden Nickelgrube in Petsamo. Finnland stand hier bereits kurz vor einem erneuten Krieg. Paasikivi, der finnische Botschafter in Moskau, schlägt daraufhin einen Gebietsaustausch vor. Dieser Vorschlag wurde von der Masse der Finnen, von Carl Gustav Mannerheim und vom Präsident Risto Ryti entschlossen abgelehnt. Der „weiße“ General Mannerheim der sich im Bürgerkrieg nach 1917 gegen die Kommunisten durchsetzte, forderte als einer der ersten ein inoffizielles Bündnis mit den Deutschen. Kurze Zeit später wurde Paasikivi aus Moskau abgezogen und entlassen. Die neue diplomatische Ausrichtung war nun klar. Finnland stellte sich gegen den übergroßen Nachbarn und auf die Seite Hitlers.

Ryti_Mannerheim1

Gemeinsam mit den Deutschen besprachen die Finnen am 25. Mai in Salzburg, am 26.Mai in Berlin 26. Mai und vom 03.- 06. Juni in Helsinki den Angriff auf die Sowjetunion (Barbarossa). Ständiger Außenpolitischer Druck und die Verluste des Winterkrieges trieben die Finnen letztlich in die „Waffenbrüderschaft“ mit Hitler. Der Begriff resultierte aus der Zurückhaltung der Finnen ein offizielles Bündnis mit Deutschland einzugehen. Die finnische Regierung wollte neben den Deutschen nicht als weiterer Aggressor betrachtet werden. Der Fortsetzungskrieg war aus finnischer Sicht ein unabwendbarer Verteidigungskrieg. Hitler hingegen betonte in einer Rede, ein paar Stunden nach dem Einmarsch in die Sowjetunion, die Bindung der finnischen Kämpfer an das Deutsche Reich. Insgesamt hatten die Finnen mehr Unterstützung von den Deutschen bekommen, als die Deutschen von den Finnen. Mannerheim konnte ausschließlich militärisches Wissen exportieren. Die finnische Armee hatte sehr viel bessere Erfahrung mit der Kriegsführung im Winter, als die Deutsche. Hitler bat Mannerheim deshalb Lehrgänge für deutsche Offizier und Unteroffiziere zu organisieren. Mannerheim kam dieser Bitte nach.

Der Fortsetzungskrieg
Bevor Operation Barbarossa begann, unternahm das Deutsche Reich Feldzüge gegen Polen, Norwegen, Belgien, Holland, Frankreich und auf dem Balkan. Die Lage im Norden Europas hatte sich zu Gunsten Finnlands verändert. Der vergrößerten finnischen Armee von 16 Divisionen, standen lediglich 12 Divisionen der Sowjetunion gegenüber. Das Ziel der Finnen war es, die im Winterkrieg verlorenen Territorien zurück zu gewinnen oder sogar ein Großfinnland mit Estland und Ungarn herzustellen.

Nachdem deutsche Truppen um vier Uhr morgens am 22. Juni 1941 die Sowjetunion angriffen, ließ Stalin finnische Stützpunkte bombardieren. Die Regierung Finnlands verabschiedete daraufhin am 25. Juni den Verteidigungskrieg, der ein Sonderkrieg sein sollte. Einen Tag später verkündet Ryti den Kriegszustand über den Rundfunk. Wieder mieden die Finnen ein öffentliches Bündnis mit den Deutschen, damit im Falle der Niederlage keine Schuld auf sie fällt. Die wichtige Nickelgrube in Petsamo wurde bereits am 22. Juni über Norwegen von General Dietl besetzt. Mannerheim hatte die Absicht Murmansk zu erreichen und die „Murman-Bahn“, die nach Leningrad führte, unter seine Kontrolle zu bringen. Die Bahn versorgte die zweitgrößte Stadt der Sowjetunion mit Gütern aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Durch eine dauernde Unterbrechung dieser Versorgungslinie hätte den deutschen Truppen weniger Widerstand in Leningrad entgegengestanden. Der Angriff begann Ende Juni mit zwei Gebirgsdivisionen auf dem linken Flügel der drei Vorstoßrichtungen. Der sowjetische Flottenstützpunkt in Hanko wurde von der deutschen Luftwaffe bombardiert. Die im Norden agierende deutsch-finnische Armee, unter dem Befehl von General von Falkenhorst, kam bereits auf halbem Weg an der Eisküste zum stehen. Mannerheim schickte am 8. Juli ein Infanterieregiment in den Norden, nachdem Falkenhorst ihn um Hilfe gebeten hatte. Die Stadt Wyborg nahmen die Finnen Ende Juli ein.

Norwegian_Winter_War_VolunteersAlfred Jodl drängte Mannerheim Leningrad anzugreifen. Doch Mannerheim schätzte seine Truppen für zu schwach dafür ein. Er hielt am Sonderkrieg fest und er wollte sich nicht den großen Plänen Hitlers verschreiben. Die Russen entkamen Anfang Oktober knapp einer Einkesselung in Petroskoi, sie flohen nach Norden. Nun war fast ganz Karelien eingenommen, die Deutschen waren in schwere Kämpfe kurz vor Leningrad verwickelt. Die Vorstellung eines Sonderkriegs zwischen Finnland und der Sowjetunion konnte nicht aufrecht erhalten werden. Denn, das noch vor einigen Monaten Unterstützung anbietende England, erklärte Finnland den Krieg.

Unterstützt durch Italien, Kroatien, Rumänien, Slowakei und Ungarn plante Hitler eine Großoffensive im Sommer 1942. Der Plan war weitestgehend erfolgreich, vor allem im Süden konnte das Achsenbündnis viel Land gewinnen. Die Truppen standen kurz vor den Ölquellen im Kaukasus. Auch Finnland nahm hier mit dem finnischen Bataillon der SS Division Wiking im Regiment Nordland, einer symbolisch zu verstehenden Einheit von Tausend Mann, teil. Der letzte größere Erfolg der deutsch-finnischen Truppen gelang beim Versuch, die sowjetischen Inseln im Finnischen Meerbusen zu erobern. Die Deutschen hatten dieses Unternehmen vorgeschlagen und beteiligten sich mit Kriegsschiffen und Luftunterstützung. Schon Ende März wurden Suursaari und Tytärsaari eingenommen. Eine deutsche Besatzung löste später die Finnen auf der Insel Tytärsaari ab.

Der nordische Staat hatte 1943 etwa 630 000 Männer und Frauen (16% der Bevölkerung) unter Waffen gestellt. Dadurch fehlten der Wirtschaft Finnlands Arbeitskräfte. Ältere Soldaten wurden wieder in das Arbeitsleben zurückgeführt, sie sollten schon ein Jahr später wieder einberufen werden. Die Armee wurde auf 320 000 Mann verkleinert. Die wohl wichtigste Strukturveränderung der Finnen ist die einhergehende Gewinnung der Frauen für das Arbeitsleben. Nur so konnte die hohe Quote an Soldaten bewältigt werden.

Beginn der ersten Friedensverhandlungen
Im Januar 1943 verloren die Deutschen nach langem Kampf Stalingrad. Die dritte von Hitler geplante Großoffensive im Sommer 1943 misslang. Die Stadt Kursk wird von den Sowjets erfolgreich verteidigt. Der Rückzug nach Westen beginnt. Für die Finnen war dieses Jahr sehr ruhig. Die Truppen hatten kaum gekämpft. Aufklärungspatrouillen, der Bau einer Befestigung in Syväri und auf der Maaselkä-Landenge waren die einzigen Aufgaben der Armee.

Mannerheim war bereit,Ostkarelien für den Friedenschluss wieder abzutreten. Er nahm Verhandlungen mit England, Schweden und den USA auf, um dem Sonderkrieg einen Sonderfrieden folgen zu lassen. Als die Deutschen das bemerkten, stoppten sie die Hilfeleistung, bis die Finnen die Verhandlungen wieder abbrachen. Finnland war auf die Hilfe Deutschlands angewiesen, zudem waren sieben deutsche Divisionen in Lappland stationiert. Die Gefahr für Finnland war dementsprechend groß.

 

Hitlers Krieg war verloren, doch die Deutschen gaben nicht auf. Beim Großmächtetreffen in Teheran am 1. Dezember 1943 wurde auch über die Handhabung Finnlands entschieden. So war ein Land das mit den Deutschen gekämpft hatte, dem hauptlasttragenden Land gegenüber verantwortlich. In diesem Fall war Finnland den Sowjets ausgesetzt und von deren Befinden abhängig. Die Sowjetunion forderte überraschenderweise keine Kapitulation von den Finnen. Stalin hatte den Plan, Finnland äußerlich über demokratischen Weg dem Kommunismus anzugliedern, wie es im Osten Deutschlands auch passierte. Um die Friedensbereitschaft Finnlands zu beschleunigen, ließ Stalin am 6. Februar, 16. Februar und 26. Februar 1944 Helsinki bombardieren. Mannerheims Truppen allerdings wehrten viele dieser Angriffe durch effektive Luftabwehr und fortschrittliche Radargeräte ab, oder lenkten sie ins Meereseis. Helsinki wurde dadurch bei weitem nicht so stark zerstört, wie die meisten deutschen Städte.

Für einen Frieden fordert Moskau ganz Karelien, den Abzug der deutschen Truppen, Petsamo, die Freilassung russischer Kriegsgefangener, die Reduzierung der finnischen Streitkräfte um die Hälfte und 600 Millionen Dollar in fünf Jahren. Die Forderungen waren für die Regierung Rytis nicht realisierbar. Die Regierung Finnlands erstellte daraufhin ein Gesetz, das die Zustimmung dieser Forderung verbot. Die Finnen hofften, dass die Sowjetunion zuerst Deutschland erobern würde, bevor sie die Konflikte mit Finnland beendeten. Doch sie stellten diesen Konflikt nicht zurück. In nur wenigen Tagen wurde die Frontlinie weit von Leningrad entfernt. 1944 startete Moskau eine Großoffensive gegen Finnland. Die drei Verteidigungslinien der Finnen bewiesen sich als effektiv. Obwohl Wyborg schon innerhalb von elf Tagen fiel, konnten die Sowjets einen geplanten Kessel nicht erzwingen. Die Verluste der Finnen wurden mit älteren Soldaten und Deutschen Divisionen kompensiert. Einen weiteren Angriff dieser Stärke hätte Mannerheims Verteidigung nicht standhalten können, so der Oberbefehlshaber. Dem kleinen Land mit nur 4 Millionen Einwohnern fehlte es gegenüber den Großmächten an Menschen für den Krieg.

ribbentropJoachim von Ribentrop reiste im Juni 1944 nach Helsinki, mit dem Auftrag die Regierung Finnlands zur Anerkennung des Bündnisses zu bewegen. Nach Ausweichversuchen Rytis, der sich für die Wichtigkeit der deutschen Unterstützung den Rat von Mannerheim holte, übergab Ryti Ribbentrop einen Brief an Hitler, indem er das Bündnis anerkannte. Waffenhilfe, Luftunterstützung und Getreide aus Deutschland waren damit gesichert. Die Finnen sollten dafür lediglich keinen separaten Frieden mit der Sowjetunion schließen. Nachdem die deutsch-finnischen Truppen die rote Armee mit der Hilfsleistung Hitlers stoppen konnte, trat Ryti aus gesundheitlichen zurück. Das Manöver diente dazu, den Vertrag mit Ribbentrop nicht einhalten zu müssen. Geschickt erstellte Ryti den Vertrag auf persönlicher Ebene, nicht auf staatlicher und nicht durch die Regierung bewilligt. Hier wurden zwei Ansichten über den Vertrag klar. Die Deutschen sahen die Abmachung, keinen separaten Frieden zu schließen, immer noch als gültig an. Für die Finnen war der Vertrag jedoch eine Versicherung zwischen zwei Personen. Der vom Parlament neu gewählte Präsident Mannerheim war vertraglich nicht an das Deutsche Reich gebunden. Hitler versuchte Mannerheim mit einem letzten Akt an sich zu binden, er gratulierte ihm zur gewonnenen Wahl. Doch der alte General leitete die Friedensverhandlungen mit Moskau ein.

Paasikivi, der schon im März begann Friedensverhandlungen in Schweden und der Sowjetunion aufzunehmen, reiste wieder nach Moskau um zu verhandeln. Der Konflikt endete mit einem zwei Monate langen Stellungskrieg auf der Landenge und einem einmonatigem Stellungskrieg in Ilomantsi. Der Waffenstillstand wurde am 17. September 1944 vereinbart, die festgeschriebenen Grenzen bestehen bis heute. Damit konnte Finnland den Krieg bereits acht Monate früher beenden, als das Deutsche Reich.

Der Lapplandkrieg - Verbündete werden zum Gegner
Finnland hatte den Frieden mit der Sowjetunion vereinbart, doch die deutschen Truppen standen noch immer in Lappland. Die deutschen hatten sich schon mehrere Monate damit beschäftigt, Pläne für den Abzug der Soldaten aus Lappland zu erstellen. Dem geschlossenen Frieden nach, gilt es die Deutschen zu entwaffnen oder zu besiegen. Auch andere Länder hatten dieses Problem. Finnische Truppen während des Lapplandkriegs

Mannerheim wollte die alten “Waffenbrüder“ friedlich abrücken lassen. In einem Schreiben an Hitler betonte er die hilfreiche Unterstützung und versprach, nie Waffen gegen Deutsche zu erheben. Der Brief kommt einer Entschuldigung nahe. Mannerheim erklärt die Pflicht zu haben, sein Volk aus dem Krieg heraus zu führen. Noch vor Ende der Frist wurden die südlichen Truppen aus dem Land abgezogen. Die im Norden stationierten Deutschen konnten in dieser kurzen Zeit nicht abtransportiert werden. Über 200 000 Soldaten der Wehrmacht waren nach Ablauf der Frist auf finnischem Land. Sie wurden zunächst ohne Kampfhandlung von der finnischen Armee vor sich her getrieben, bis es im Oktober und November 1944 zu heftigen Kämpfen in Kemi, Rovaniemi und Tornio kam. Sieger sind bei diesen Außeinandersetzungen nicht mehr zu ermitteln. Eine kleine Einheit folgte den Deutschen schließlich bis zur Grenze Lapplands. Für die Finnen war diese letzte Kriegshandlung wichtig, um die Einhaltung des Friedensvertrages zu gewährleisten. Ohne Schusswechsel hätte Finnland dem Vorwurf der Nichteinhaltung des Vertrages standhalten müssen. Nur indem sie aktiv gegen die Deutschen agierten, wurde diesr befürchtete Vorwurf abgewendet.

Unter dem Decknamen „Birke“ war diese Truppenbewegung einer der größten Rückzugsaktionen der Deutschen im zweiten Weltkrieg. Die Deutschen wanden die völkerrechtswidrige Taktik der „verbrannten Erde“ an, bei der alle Dinge zerstört wurden, die für den Gegner nützlich sein könnten.

Finnland verlor durch die beiden Kriege circa 2,3 % der Bevölkerung. Im Gegensatz zum Verlust der Deutschen (10,1 %) und der Sowjetunion (11,6 %), scheint die gefallene Soldatenzahl gering. Die Nachbarn, Norwegen und Schweden erlitten lediglich 0,3 % und 0,04 % Bevölkerungsverlust wegen des Krieges.

Ergebnis der finnischen Politik im zweiten Weltkrieg
Die entscheidende Richtungsweisung für den Ersten und Zweiten Weltkrieg, fand Finnland in der Person von Carl Gustav Mannerheim. Er verhandelte in beiden Kriegen die Zusammenarbeit mit den Deutschen und löste sie wieder auf. Mannerheim war der eigentliche Leiter der Politik ab 1940, auch wenn er erst 1944 offiziell Präsident wurde und den Frieden sicherte.

Mannerheim7Im Frieden von Paris trat Finnland neben Sall und Karelien auch Petsamo und damit den einzigen eisfreien Hafen mit Zugang zum Nordmeer an die Sowjetunion ab. Das Staatterritorium hatte sich von 1939 bis 1944 verkleinert. Das größte Ziel jedoch, die Existenz und Unabhängigkeit Finnlands, wurde bewahrt. Der Weg dafür hätte kaum anders verlaufen können. Es scheint, als hätte sich Finnland genau zum richtigen Zeitpunkt einen großen Schutzpartner gesucht und in einem noch besseren Zeitpunkt wieder von ihm losgelöst. Ohne die Unterstützung Hitlers, wäre es nicht zu einem Stellungskrieg mit den Sowjets gekommen. Der Rücktritt Rytis sicherte letztlich den frühen Frieden, ohne die Diplomatie mit Deutschland zu verletzen.

Mannerheim überlässt das Amt des Präsidenten 1946 Paasikivi, dem ehemaligen finnischen Botschafter in Moskau. Bis zu seinem Tod im Jahr 1956 bleibt er das Oberhaupt Finnlands und bemühte sich intensiv um ein gutes Verhältnis zur Sowjetunion.

 

 

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