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Die Geschichte der Philosophie

von Julia Pohlers

 

Philosophie wird heutzutage in verschiedene philosophische Epochen unterteilt, deren jeweilige Denker sich vom Zeitgeist geprägt stark voneinander in ihren philosophischen Methoden (Herangehensweise wie das philosophische Problem zu lösen sei) unterscheiden, welche zur Lösung der zeittypischen philosophischen Probleme herangezogen werden. Jede Epoche steht für bestimmte bedeutende Denker und verschiedene philosophische Strömungen.

 

 

Epochen im Überblick:

Die Antike (6.Jh.v.Chr. - 2.Jh.n.Chr.)
Das erste Mal taucht das griechische Wort „Philosophia“ bei Platon (427-347 v.Chr.) auf. Er verwendete es sinngemäß als „Liebe zur Weisheit“. In der griechischen Antike sahen Denker wie Platon und Aristoteles (384-322 v.Chr.) den Zweck des Philosophierens vor allem im Streben nach Weisheit und damit im Erlangen göttlichen Wissens. Während Platon verneinte dieses absolute Wissen im Diesseits erfahren zu können, bejahte sein Schüler Aristoteles diese Möglichkeit. Als Metaphysik, von „metaphysica“ – das was hinter der Physik kommt, verstand Aristoteles die Philosophie. Die Antike behandelte somit vor allem die metaphysischen Fragen nach den ersten und letzten Gründen und dem Ganzen. Die differenzierte Unterscheidung philosophischer Problemfelder (Disziplinen) wie sie heute existiert (unter anderem Ontologie, Politische Philosophie, Wissenschaftstheorie, Sprachphilosophie, Ethik usf.) entstand erst im Laufe der Jahrhunderte. Allerdings bildeten sich schon im alten Griechenland unterschiedliche philosophische Schulen heraus. Der sokratischen, platonischen und aristotelischen Klassik folgte der Hellenismus. Die griechische Kultur wurde zunehmend durch orientalisches und jüdisches Gedankengut beeinflusst. Das Ende antiker Philosophie und antiken Denkens begann. Anhänger der Stoa, zum Beispiel Zenon von Kition (336-264 v.Chr.), betonten den Vernunftgebrauch und das tugendhafte Leben, um Glückseligkeit zu erlangen. Im Gegensatz dazu vertraten Epikureer, benannt nach Epikur (341-271 n.Chr.), die Auffassung dass, das lustvolle Leben als Ganzes höchstes Gut sei. Eine dritte Strömung, der Skeptizismus, warf die Frage auf ob unsere Sinne uns die tatsächliche Wirklichkeit vermitteln. Bedeutender Vertreter dieser Position war Pyrrhon von Elis (365-275 n.Chr.).

Das Mittelalter (2.Jh.-14.Jh.)
Im Gegensatz zum antiken Denken des Aristoteles und Platon, welche überzeugt waren, dass Wissen einer religiösen Offenbarung gegenüber vorrangig sei, meinten im Mittelalter Anhänger der Patristischen Philosophie, wie Aurelius Augustinus (354 n.Chr.-430 n.Chr.), Wissen stehe im Dienste des Glaubens. Die Kirchenväter gingen soweit das Christentum selbst als die einzig wahre Philosophie zu verstehen. Im 9. Jahrhundert entwickelte sich zunehmend eine andere Richtung: die Scholastik (von „schola“, sinngemäß „Schule“). Vertreter dieser Strömung versuchten schulartig und mit einem hohen theoretischen Anspruch Problemstellungen zu lösen; Fragen kritischer und scharfsinniger zu beantworten, als Patristen dies taten. Man unterscheidet die Frühscholastik von der Hoch-und Spätscholastik. Ein zentrales Problem des Mittelalters wurde die Frage nach dem Status der „Universalien“ (Allgemeinbegriffe wie zum Beispiel „Mensch“). Besonders frühscholastische Denker beschäftigten sich mit der Frage, ob die Einzeldinge Realität haben, die Universalien jedoch nicht - oder umgekehrt. Einer der bekanntesten scholastischen Denker ist Anselm von Canterbury (1033-1109 n.Chr.), dessen ontologischer Gottesbeweis Philosophen bis heute beschäftigt. In seinen Schriften findet man das Motiv wieder, den christlichen Glauben auch philosophisch zu rechtfertigen. Die Inhalte christlichen Glaubens ließen sich rein aus der Vernunft ableiten, diese These stützt er mit seinem sogenannten „ontologischen Argument“.

Mit Beginn der Hochscholastik (ca.12.-13.Jh.) konzentrierten sich Philosophen darauf aristotelische Lehren mit dem Christentum in Einklang zu bringen. Systematische Versuche dies zu erreichen unternahm vor allem Thomas von Aquin (1225-1274 n.Chr.). Doch nicht immer gingen die aristotelischen Lehren und christliche Dogmen miteinander konform und so wurden von der Kirche verschiedene Schriften des Aristoteles verboten und einige philosophische Thesen verurteilt.

 

Die Spätscholastik war geprägt vom Aufblühen der Naturwissenschaften und vom nominalistischen Denken. Die Individuen an sich würden existieren, doch die Universalien hätten keinen Geltungsgrund und entstünden nur in unserem Kopf.

Ab dem 12. Jahrhundert entstanden die ersten Universitäten, wobei die philosophische Fakultät eine der vier Grundfakultäten wurde. Die stark rationale scholastische Methode dominierte die universitäre Arbeit. Es etablierten sich traditionelle logische Schlüsse, beispielsweise die Syllogismen, welche bis heute Grundwerkzeuge im philosophischen Arbeiten sind. Syllogismen bestehen aus Prämissen, aus denen letztendlich gefolgert wird und die somit zur Konklusion (Schlussfolgerung) führen. Dieses „Handwerk“ vollziehen Philosophen nach bestimmten logischen Regeln.

Die Renaissance und der Humanismus (15.Jh.-16.Jh.)
Diese Epoche stellt den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit dar. Es ist keine Epoche großer philosophischer Umwälzungen, sondern eine Zeit des Experimentierens und der Neuorientierung. Der Einfluss des Christentums dezimierte sich vor allem im Denken bedeutender Philosophen. Zwar waren Denker wie Michel de Montaigne (1533-1592 n.Chr.) von christlichen Wertevorstellungen und Traditionen geprägt, doch entwickelte er und viele seiner Zeitgenossen ein zunehmend individuelles Weltbild. Kirchliche Dogmen wurden kritisch betrachtet.

 Im Humanismus rückte der Einzelne in den Mittelpunkt philosophischen Denkens. Montaignes „Essais“ - eine umfassende Analyse und Reflexion auf sich selbst - zeugen von diesem Bestreben das Individuum als solches zu erforschen.

Das Zeitalter der Renaissance war weiterhin stark von der klassischen Antike geprägt, auf die sich Gelehrte und Künstler zurück besannen. Vor allem italienische Philosophie bezog sich auf Platon und Plotin. Cosimo de Medici (1389-1464) gründete 1459 die Platonische Akademie in Florenz und auch der Aristotelismus findet in diesem Zeitalter seine Erneuerung. Die Naturphilosophie beeinflusste wesentlich Staats- und Rechtsphilosophie. Begriffe wie Naturrecht oder auch Souveränität rückten in den Mittelpunkt rechtsstaatlichen Denkens. Niccolò Machiavelli (1469-1527) forderte die Trennung von Moral und Politik und kritisierte somit die starke Anbindung ethischer Auffassungen des Christentums an das Staatssystem.

Die Neuzeit (16.- Mitte19.Jh.)
Das Subjekt als Konstrukteur seines Wissenssystems. Diese Einstellung gegenüber sich selbst und der Umwelt war Erbe humanistischen Denkens und wurde vor allem in der Neuzeit umfassend erforscht und erörtert. Dabei standen sich zwei grundlegende Auffassungen gegenüber: der Empirismus und der Rationalismus. Die Ideen der Aufklärung und des Idealismus, insbesondere vertreten durch Immanuel Kant (1724-1804 n.Chr.), prägten weiterhin diese Epoche. Anhänger empirischen Denkens gingen davon aus, dass das Subjekt allein durch seine Erfahrungsstärke die Welt wie sie „an sich ist“ erfahren könne. Somit sei die einzige wissenschaftliche Methode um Wahrheit zu erfahren das Experiment. Besonders die angelsächsische Philosophie von Hobbes (1588-1679 n.Chr.), Locke (1632-1704 n.Chr.) oder auch Hume (1711-1776) etablierte den Empirismus als philosophische Strömung, welche bis in die heutige Zeit wirkt. Demgegenüber übertrugen rationalistische Denker, wie Rene Descartes (1596-1650 n.Chr.) und auch Baruch de Spinoza (1632-1677 n.Chr.), die mathematische Methode auf die Philosophie. Sie wurde als System von Begriffen verstanden, da unabhängig von empirischer Erfahrung und rein aus der „ratio“ (sinngemäß rein aus dem Verstand heraus), Inhalt und Form von Wissen abzuleiten seien. Der Rationalismus ging im Gegensatz zum Empirismus mit der mittelalterlichen Methode nicht konform - somit ließ sich rationalistisches Denken nicht immer mit christlichen und gesellschaftlichen Traditionen vereinbaren. Dieses Phänomen trat besonders in der Zeit des 17. und 18. Jahrhunderts, also dem Zeitalter der Aufklärung, hervor. Kants Ausruf „sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“, wurde zum „Wahlspruch der Aufklärung“. Doch der Königsberger war nicht nur Wegbereiter eines aufklärerischen Zeitalters. Kant und seine „Revolution der Denkart“ - sein sogenannter „transzendentaler Idealismus“ - beeinflusste die Philosophie nachhaltig und bewirkte insbesondere eine metaphysische Neuorientierung. Deshalb sprechen Philosophen oft von einer „vorkantischen“ Zeit der Metaphysik und der Metaphysik nach Kant. Die vorkantische, unreflektierte Philosophie erhob den Anspruch „die letzten Gründe“ tatsächlich erfahren zu können. Immanuel Kant versuchte in seiner „Kritik der reinen Vernunft“ zu verdeutlichen, dass Metaphysik - bevor sie den Anspruch erheben könne eine Wissenschaft zu sein - zuerst ihren Geltungsanspruch beweisen müsse. Kants Werk ist ein Meilenstein der abendländischen Philosophie. Die Metaphysik hat sich bis heute nicht von Kants „Schlag“ erholt.

Die Moderne (ab Mitte 19.Jh.)
Vertreter der Moderne kritisierten Wissen im Sinne Kants. Dabei entwickelten sich unterschiedliche und voneinander differenzierte Positionen. Sören Kirkegaard (1813-1855 n.Chr.) kritisierte mit seinem Existenzialismus den christlichen Glauben. Unter Karl Marx und Friedrich Engels entstand eine Gesellschaftsphilosophie, welche den Materialismus und Kapitalismus anprangerte.

Kants Idee des kritischen Idealismus griffen in der zweiten Hälfte des 19.Jh. die „Neukantianer“ auf und wandten ihn vor allem auf ethische Fragen an, welche aus dem materialistischen Denken dieser Zeit entstanden. Zum Beispiel orientierten sich Anhänger der Marburger Schule dabei stark an der Mathematik. Gottlob Frege übte Kritik an der alltäglichen Sprache und der Wissenschaftssprache. Er baute die Analytische Philosophie weiter aus. Frege entwickelte die formale Logik und formale Beweisschemata, welche Grundlagen der heutigen Philosophie sind. Außerdem unterschied er in seiner Sprachphilosophie zwischen dem Sinn und der Bedeutung eines Wortes.

Der Pragmatismus als wissenschaftstheoretische Strömung aus den Vereinigten Staaten ging davon aus, dass nur praxistaugliches theoretisches Wissen einen Geltungsanspruch habe. Theorien die nicht handlungsrelevant sind, seien überflüssig. Somit sei es nicht das Ziel zu einer „absoluten Wahrheit“ zu gelangen, insofern diese keinen Bezug zu unserem alltäglichen Handeln hat. Einzig aus den Erkenntnissen die wir in der „Lebenswelt“ erfahren, können wir zu Überzeugungen gelangen mit deren Hilfe wir Probleme lösen. Nur diese Erkenntnisse seien erstrebenswert, da wir uns anhand dieser in der Praxis orientieren.

Die zeitgenössische Philosophie wird immer häufiger als Anthropologie verstanden, denn Fakt ist: Im Zentrum des philosophischen Denkens steht der Mensch. Entflammen umweltethische Debatten, Diskussionen über die Demokratie als die beste Staatsform für den Menschen oder auch moralische Dispute über Menschenrechte: Wir in unserem Menschsein sind der Gegenstand über den debattiert wird. Von der Antike bis in die heutige Zeit hat sich diesbezüglich in der Philosophie nichts geändert.

 

 

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