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Bürde oder Ehrung?
von Kathleen Schulze

 

Manche Friedensnobelpreisträger, wie die ehemaligen US-Präsidenten Theodore Roosevelt und Jimmy Carter, erhielten die Auszeichnung für Friedensverträge. Martin Luther King bekam 1964 den Preis für seinen Einsatz für die Bürgerrechte von Afroamerikanern. Allem Anschein nach bekommt der 44. Präsident der Vereinigten Staaten den Friedensnobelpreis lediglich für seine Visionen.

Am Freitag den 09. Oktober 2009 teilte das norwegische Nobelpreiskomitee in Oslo mit, dass der 48-jährige Barack Obama den diesjährigen Friedensnobelpreis verliehen bekommt. Begründungen vom Komitee waren das „völlig neue internationale Klima“, welches Obama geschaffen haben soll, sowie die Stärkung der internationalen Diplomatie. Eine besondere Gewichtung lag auch auf den Einsatz des US Amerikanischen Präsidenten für eine Welt ohne Atomwaffen.

Kritische Stimmen fragen: Reicht das? Wann folgen den Worten auch Taten?

In der kurzen Amtszeit von nur bisher 9 Monaten präsentierte sich Barack Obama als Hoffnungsträger für eine friedlichere Welt. Charisma und Charme lagen auch auf seiner Seite bei den Reden in Prag und Kairo. In Prag formulierte Obama am 5. April die Vision einer atomwaffenfreien Welt. In Kairo reichte er der islamischen Welt die Hand zum Frieden. Er bot außerdem den nach der Atombombe strebenden Iran und Nordkorea direkte Gespräche an. An Russland sandte er Signale der Entspannung und verkündete schließlich den Verzicht auf das geplante globale Raketenschild, von dem sich Russland bedroht gefühlt hatte. Ist die Auszeichnung ein Anti-Bush-Preis? Denn der Präsident versucht viele Taten seines Vorgängers rückgängig zu machen und das politische Bankett wieder zu entspannen. Auch Irans Außenminister Manuchehr Mottaki bezeichnete die Vergabe des Friedensnobelpreises an Obama als verfrüht. Die richtige Zeit dafür wäre gewesen, wenn die US-Truppen Afghanistan und den Irak verlassen hätten und den Rechten der „unterdrückten palästinensischen Nation beistünden“, sagte der Minister der iranischen Nachrichtenagentur Mehr. Wenn jedoch der Preis dazu beitrage, dass eine Friedenspolitik, die auf Rechtstaatlichkeit basiert, unterstützt werde, dann habe der Iran nichts dagegen.

Ist der Medaillenregen für den Marathonläufer bei seinem ersten Kilometer nun eine Ehre oder eine Bürde? Wahrscheinlich anlässlich dieser Bürde fand eine Massendemonstration in Washington sogleich am 12. Oktober statt. Schwulen und Lesben gingen auf die Strasse und demonstrierten für ihre Gleichberechtigung, diese versprach nämlich Obama während seiner Wahlkampagne, ließ jedoch die Ausführung bisher außer Acht. Sein Statement zu dem Protestzug war, dass er sich auf jeden Fall noch für die Rechte der Homosexuellen einsetzen werde. Auf welchen Zeitraum er das schieben wird wissen wir allerdings nicht.Generell hat der Präsident noch nicht viel erreicht, weder im Nahen Osten noch in Afghanistan, weder im Klimaschutz oder mit seiner Iran-Politik. Eine gute Tat soll nun aber sofort erfolgen: laut Pressesprecher wird Barack Obama das Preisgeld von rund 1,4 Millionen Dollar für einen guten Zweck zur Verfügung stellen. 

Letztendlich hätte er die Option den Preis zurückzuweisen. Doch wie würde dann der Hoffungsträger dastehen? Die Medien würden wahrscheinlich publizieren: "Seht her, er glaubt selber nicht mehr an seinen Erfolg!"

Am 10. Dezember, zum Todestag Alfred Nobels, wird der Amerikanische Präsident seine Bürde oder Ehrung in Oslo entgegen nehmen – auf die Rede können wir gespannt sein.

 

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