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Das skandinavische Kreuz in der schwedischen Flagge
von Christine Riel

 

Von den Anfängen Schwedens bis zum ersten Staatswappen
Überlieferungen belegen, dass die ältesten Siedlungen Schwedens bereits um 10 000 v. Chr. entstanden sind. Schweden tritt aber erst mit der nachfolgenden Wikingerzeit von 800-1500 n. Chr. in die Geschichte ein. Das Volk drängte mit Kreuzzügen vor allem in den Osten hinein. Handelsbeziehungen sind bis in den arabischen Raum bekannt. Hier errichteten sie Handelsstationen aber auch kurzlebige Reiche, wie das Ruriks in Nowgorod. Im 9. Jahrhundert missionierte der christliche Mönch Ansgar aus dem Frankenreich in Schweden. Etwa zweihundert Jahre später wurde das Reich dann komplett christianisiert, wkleines staatswappen Schwedensobei die nordische Götterlehre noch bis ins 12. Jahrhundert bestehen blieb. Weitere Eroberungszüge in dieser Zeit führten dazu, dass Finnland an Schweden angegliedert wurde. Gleichzeitig tobte im Reich selbst ein ständiger Kampf um die Vorherrschaft. Die Geschlechter der Sverkers und Eriks standen abwechselnd zwischen 1160 und 1250 an der Spitze der Macht. Doch erst am Ende des 13. Jahrhunderts hatte der König genügend Macht, um eigene Gesetze und Verordnungen zu erlassen. Ein Dekret von 1280 erklärte Magnus Ladulås in den Adelsstand. Es ermöglichte ihm, die Gesellschaft nach feudalem Muster zu regieren. Die Hansezeit des 14. Jahrhunderts verhalf den Schweden zu Handelsbeziehungen mit deutschen Städten. Vor allem die Schifffahrt gewann jetzt an großer Bedeutung. In dieser Zeit entstand das kleine Staatswappen. Auf blauem Grund sind drei goldene Kronen abgebildet. Darüber ist die schwedische Königskrone zu sehen. Dabei steht die Farbe Gold für die Sonne und Blau für den Himmel und die Weiten des Meeres.

 

Der Danebrog als Vorbild der schwedischen Kriegsflaggefinnisches wappen
Es war das Jahr 1389. Die dänische Königin Magarete vereinigte die Königsmächte Dänemark, Norwegen und Schweden unter einer Hand. 1397 wurde unter ihrer Führung ein Bund geschlossen; die Kalmarer Union. Alle drei skandinavischen Länder unterlagen nun einem König. Ständige Konflikte unter Bauern, Bürgern und dem Hochadel führten 1520 zum Stockholmer Blutbad. Der dänische König Christian II. ließ zahlreiche schwedische Männer hinrichten, was zum Aufstand und schließlich zur Entmachtung des Königs führte. Der schwedische Adlige Gustav I. Wasa ergriff die Macht und wurde 1523 zum schwedischen König gekrönt. Er bestätigte erstmals die schwedische Flagge: ein goldenes Kreuz auf blauem Hintergrund. Die Farben sind dem Staatswappen entnommen. Sein Monument zeigte jedoch noch ein weiteres Wappen mit einem goldenen Löwen, der zwei Schwerter und eine Krone bei sich führt. Dazu sind neun silberne Rosdaenische flaggeen auf rotem Grund abgebildet. Sie stehen für die neun Provinzen, aus denen Finnland bestand, denn es ist das Symbol für das noch immer zu Schweden gehörende Finnland. Unter dem schwedischen Folgekönig Johann III. wurde der Schild von einer geschlossenen Herzogskrone überragt. Diese blieb auch noch erhalten, als Finnland zum autonomen Großfürstentum Russlands wurde. In den ersten Jahren der Unabhängigkeit wurde die Krone dann entfernt.

1569 erklärte der nun regierende König das goldene Kreuz auf blauem Untergrund als Pflichtmuster für die schwedische Flagge. Das sogenannte skandinavische Kreuz, dessen Senkrechtbalken nicht, wie beim lateinischen Kreuz, mittig sondern im Stockteil der Flagge steht, ist angelehnt an den Danebrog; die dänische Flagge. Zu sehen ist eine in zwei Bereiche geteilte Flagge. Auf der Liek- oder Stockseite, also die Hälfte, welche dem Fahnenmast am nächsten ist, befinden sich zwei Quadrate. Die Flugseite der Flagge wird bedeckt von zwei Rechtecken. Einer Sage nach war der Danebrog eine Ehrung. Papst Honorius III. überreichte sie Waldemar II. für seinen Kreuzzug gegen Estland. Eine zweite Legende besagt, dass die Flagge am 15. Juni 1219 in der Schlacht bei Reval zwischen den Dänen und Esten als Zeichen am Himmel erschien. Die dänischen Kämpfer bekamen daraufhin neuen Mut und trugen schließlich den Sieg davon. Doch wahrscheinlicher ist eine Erbeutung der Dithmarscher um 1500. Es war das Banner mit dem weißen Kreuz auf rotem Untergrund.

 

Zahlreiche Kriege gegen die Norweger und Dänen prägten die Regierungszeit des Nachfolgers von König Johann III.: Gustav II. Adolfs. Das Königreich nahm im Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 eine große Rolle ein. Neben Finnland zählten nun auch Teile Norwegens und Dänemarks zu Schweden. Nach dem Westfälischen Frieden 1648 und dem Frieden mit Dänemark in Roskilde 1658 wurde Schweden dann zur führenden Großmacht im nördlichen Europa. Da mussten nun auch die Kriegsschiffe unverkennbar ihre Nationalität erkennen lassen. Quellen belegen, dass schon 1620 die Flagge mit dem goldenen Kreuz auf Schiffen mitgeführt wurde. Der älteste Flaggenerlass stammt jedoch aus dem Jahr 1663. Auf allen Schiffen, ausgenommen die Handelsschiffe, soll eine rechteckige, an der Flugseite dreifach gezungte Flagge mit dem Kreuz gehisst werden. Die Handelsflagge hatte nicht die sogenannte Schwalbenform. Sie war, wie auch die Nationalflagge, rechteckig und wurde nur gezeigt, wenn das Schiff im Hafen vor Anker lag. Diese Flaggenform setzte sich vorerst bis ins Jahr 1815 durch.

 

Die skandinavischen Flaggen seit dem 18. Jahrhundert
schweden flagge mit schrägkreuz gösch
Die großen Niederlagen des schwedischen Königreichs haben begonnen. Im Großen Nordischen Krieg von 1700 bis 1721 verlor es den Großteil seiner Provinzen an Dänemark, Polen und Russland. Finnland und Teile in Norddeutschland gingen dann infolge der Napoleonischen Kriege an Russland und Deutschland über. Karl XIV. Johann wurde neuer König. Ihm gelang es 1814 Norwegen zu einer Union mit Schweden zu zwingen, als Verlustausgleich für die Gebietsabtretungen. Seit dieser Zeit hat Schweden an keinem Krieg mehr teilgenommen. Dennoch wurde die schwedische Kriegsflagge erneuert. Das quadratische Obereck der Flagge, welches sich im oberen Bereich der Stockseite befindet, erhielt eine Gösch. Das ist eine quadratische Flagge, die zur Bestimmung des Heimatlandes eines Schiffes an dessen Bug gehisst wurde. Daher stammt auch der alternative Begriff Bugflagge. Die Bugflagge von 1815 zeigt ein weißes Schrägkreuz auf rotem Untergrund. Während die Kriegsflagge lediglich die Nationalität kennzeichnet, zeigt die Gösch zusätzlich den Rang des Schiffsführers an. Das Einfügen der Gösch auf der Kriegsflagge übernahmen die Schweden von den Engländern. Ihre Kriegsflaggen zeigten seit dem 17. Jahrhundert eine zusätzliche Gösch im Obereck.

 

norwegische flagge1821 führten nun auch die Norweger ihre Handelsflagge ein. Es ist ebenfalls der Danebrog, wobei das weiße Kreuz mit einem zusätzlichen blauen Kreuz in voller Länge belegt ist. Seit dem 14. Jahrhundert bis 1814 war Norwegen mit Dänemark vereinigt. Die Farben Rot, Weiß und Blau symbolisieren die neu gewonnene Freiheit der Norweger. Dennoch bekräftigen sie ihre Zugehörigkeit zu Skandinavien mit dem verschobenen Kreuz.

 

450px-Flaggsirkulære_1899Gezeichnet vom Völkerhass gelang es Schweden, Dänemark und Norwegen nur langsam, sich einander zu nähern. Man versuchte nun im kulturellen und politischen Bereich durch Musikfeste einen Einheitsgedanken zu verbreiten. Diese Idee setzte sich die Skandinavische Gesellschaft, gegründet 1843 durch die Eiderdänen, zum Ziel. Wohl aufgrund dieser neuentdeckten Zusammengehörigkeit und der Tatsache, dass der schwedische König teilweise in Norwegen mitregierte, kam es zur zweiten Neuerung der schwedischen Flagge. Die Gösch mit dem Schrägkreuz wurde ersetzt durch eine Bugflagge, die eine Überlappung der schwedischen und norwegischen Flagge darstellt. Die neue Variante hielt sich bis ins Jahr 1905. Ab 1906 galt die einfache Variante ohne Gösch als Nationalflagge. Zwei Jahre darauf wurde das große Staatswappen, das Königswappen, festgelegt. Ein quadratischer Schildgroßes staatswappen1 wird durch das goldene Kreuz in vier Teile zerschnitten. Im ersten und vierten Teil befinden sich die drei Kronen, wiederum auf blauem Grund. Im zweiten und dritten Feld ist ein goldener Löwe auf einem blau-weiß gestreiften Feld zu sehen. Das Tier erinnert an die Dynastie der Folkunger im 13. Jahrhundert. In der Mitte des Kreuzes befindet sich ein gespaltenes Herzschild mit dem Wappen der Familie Wasa auf der ersten Hälfte. Es beinhaltet eine Vase auf blau-silber-rot geteiltem Untergrund. Der zweite Teil wird bedeckt von einer silbernen Brücke mit blauem Hintergrund, darüber zwei gekreuzte Stäbe mit einem Adler und sieben goldenen Sternen. Diese Abbildung soll an die regierende Familie Bernadotte erinnern. Das Hauptschild wird umgeben vom Kranz des Serapninenordens. Dieses Königswappen ist seither auf der schwedischen Königsflagge zu sehen, welche ebenfalls wie die Kriegsflagge dreifach gezungt ist.

flagge-finnlandsDie Finnen führten 1918 als letzte der skandinavischen Völker ihre Nationalflagge ein. Sie trägt ebenfalls das verschobene Kreuz. Es ist blau, wie die Seen Finnlands, und liegt auf weißem Grund, vergleichbar mit dem weißen Schnee des Winters. So kam es, dass ganz Skandinavien ein unverwechselbares Symbol in den Flaggen hat, als Zeichen der Einheit und des gemeinsamen germanischen Charakters. Aber eben doch immer mit einer etwas anderen Bedeutung.

 

 

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