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1.4 der Dynamitkönig wird sesshaft

Robert und Ludvig Nobel revolutionierten die russische Erdölindustrie durch groß angelegte Rohrleitungen und zahlreiche technische Verbesserungen der Förderungsanlagen. Insbesondere die Anwendung von neuen Bohrmethoden ermöglichte in der Zeit von 1872 bis 1883 eine Steigerung der Produktion von raffiniertem Öl von 25000 Tonnen auf das Zehnfache. Mit der Patentierung des Dynamits und einem immer größer werdenden Kundenkreis, wurde Alfred Nobel bald ökonomisch unabhängig. Sein Ansehen als Forscher und Geschäftsmann stieg weltweit. Zwischen 1866 und 1872 dürfte er mehr gereist sein als die meisten seiner Zeitgenossen, aber in der Tiefe seines Herzen war er Schwede und behielt seine Staatsbürgerschaft sein ganzes Leben hindurch. Als Nobels hektische Wanderjahre vorüber waren, zog es ihn 1873 nach Paris. Von nun an widmete er sich auch der Suche nach neuen Sprengstofftypen für den militärischen Gebrauch. Das in Europa betriebene Wettrüsten erforderte immer effektivere Waffen und Munition. Alfred Nobel erhielt vom französischen Staat die Bewilligung, auf dessen in der Nähe liegenden Schießbahn mit Kanonen und Armeegewehren zu experimentieren. Ende 1875 schuf er einen Sprengstoff welcher die Eigenschaften von dem hoch explosiven Nitroglyzerin und dem ungefährlicherem Gebrauch und Transport des Dynamits verbindet: die Schießbaumwolle. Dank dieser Vorlage gelang es dem Franzosen Vielle ein körniges Schießpulver von geringer Rauchentwicklung herzustellen.

Bis zu dem damaligen Zeitpunkt wurde in Kriegen Schwarzpulver für den Beschuss der Feinde gebraucht, dieses hatte zwei große Nachteile. Zum einen verhinderte es die Sicht des Schützen nach Abschuss für mehrere Minuten, zum anderen verriet die Schwarzpulverwolke den Standort des Schützen. Mit einem raucharmen oder sogar rauchfreien Pulver würde ein Krieg auf eine andere Ebene katapultiert werden. Nobel interessierte sich auch für das raucharme Pulver, 1888 kam er mit seinem „Ballistit“ zu einem auf der ganzen Welt Aufsehen erregendem Erfolg. In Schweden nannte man dieses rauchschwache Pulver nach seinem Erfinder: „Nobelpulver“. Am Ölunternehmen der Brüder in Baku beteiligte sich Alfred Nobel 1877, diese wurde dann 1878 in die „Naphtha-Gesellschaft Gebrüder Nobel“ umbenannt.

Privat lebte er immer zurückgezogener, nur noch selten nahm er die Einladungen zu den Gesellschaftsabenden an. Neben den Karten für kommende Festlichkeiten fand er auch regelmäßig Bettelbriefe im Postkasten. Er vermochte verzweifelten Menschen, welche sich als strebsam und ordentlich ausgaben, zu helfen, die unangemeldet das Haus aufsuchten. Obwohl er strenge Order gegeben hatte, dass niemand hineingelassen werden dürfe. Er praktizierte seine Hilfe mit größter Diskretion. Dazu sagte er einst: „Hilfsbereitschaft kennt keine Landesgrenzen und ist konfessionslos“ Die Intensität seiner Arbeit nahm mit dem steigenden Alter nicht ab. Im mittleren Lebensalter gelang es ihm einen neuen stoß- und reibungssicheren Sprengstoff zu entwickeln den man auch unter Wasser nutzen konnte: die Sprenggelatine. Dies war nun der nahezu ideale Sprengstoff, welcher sofort als Primärpatent in England eingetragen wurde. Alfreds Lizenzeinkünfte flossen reichlich. Anfänglich hoffte Alfred, dass die Sprenggelatine auch als militärischer Sprengstoff verwendet werden könnte, zum Beispiel als Sprengladung in Granaten, aber auch als Treibladung in Kanonen und Handfeuerwaffen. Er vereinsamte zunehmend, einem Freund schrieb er:

    „Wie andere und vielleicht mehr als andere kenne ich die Schwere der Einsamkeit, und während vieler Jahre habe ich jemanden gesucht, dessen Herz den Weg zu meinem finden kann.“

Seine Schreibarbeiten sowie Archivierungstätigkeiten vervielfältigten sich, daher setze Nobel in einer Wiener Zeitung eine Annonce für eine hochgebildete Sekretärin, gleichfalls im gesetzten Alter auf. Unter den vielen Bewerberinnen befand sich auch ein Brief von Gräfin Bertha Sofia Felitas Kinsky von Chinic, welche sein Interesse weckte. Nach einem kurzen Briefwechsel war er davon überzeugt, dass Bertha Kinskys Qualifikationen seinen Erwartungen entsprachen. Als Bertha in der französischen Hauptstadt ankam hatte sie noch nicht begonnen sich für Friedensarbeit zu engagieren und hörte aufmerksam zu als der „Dynamitkönig“ aus eigenen Stücken begann, seine Ansicht über „das scheußliches Gewerbe“ darzulegen, das die Herstellung von Kriegsmaterial darstellte. Er erklärte, dass moralische Erwägungen immer nationalen Interessen untergeordnet sein würde. Er hoffte auf eine Erfindung welches ein solches Abschreckungsmoment sein könnte, dass die Völker gezwungen wären, in Frieden miteinander zu leben. In einem anderen Gespräch formulierte er dieses folgend: „Ich würde gern ein Mittel oder eine Maschine von so schrecklicher massenvernichtender Wirkung erfinden, dass Kriege dadurch für immer unmöglich gemacht würde.“ Bertha von Suttner vermerkte in ihren Tagebüchern, dass Alfred relativ oft über militärische Massenvernichtungswaffen sprach. Obwohl, abgesehen von dem deutsch-französischen Krieges, die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts eine recht friedliche Periode war. Die tiefgründigen Gespräche zwischen den beiden handelten über Welt und Menschen, Kultur und Leben sowie die Probleme der Zeit und der Ewigkeit. Bertha von Suttner gestand, dass sie nicht freien Herzens war und dass sie bereits mit Arthur von Suttner in Wien verlobt sei. Sie musste dem Druck seiner Mutter nachgeben und habe deshalb die Stelle bei Alfred angenommen um ihr eigenes Auskommen zu haben. Nach nur kurzem Aufenthalt in Paris reiste von Suttner mit dem Schnellzug wieder zurück und heiratete Arthur heimlich am 12.Juni 1876 in einer kleinen Vorstadt Kirche in Wien. Alfred Nobel war nun wieder alleine und befürchtete sich mit seiner platonischen Schwärmerei lächerlich gemacht zu haben bis er auf die schöne junge Wienerin Sofie Hess im Spätsommer 1876 traf. Die Beziehung zwischen den beiden war schnell etabliert und sollte fast zwei Jahrzehnte andauern. Zu einer Heirat kam es allerdings nicht.

1889 wurde das Ballistit in der italienischen Armee und Marine eingeführt, was einen schweren Konflikt zwischen Nobel und der französischen Regierung zur Folge hatte. Nobel wurde in der Presse sogar als Spion bezeichnet. Das Nobellsche Pulver wurde danach in vielen anderen Staaten eingeführt, neben Italien auch in Deutschland, Österreich sowie in den skandinavischen Ländern.

1.5 der Lebensabend, Alter und Tod
Die französische Regierung wollte den Export des Ballistit speziell nach Italien unterbinden da sich diese beiden Länder zum damaligen Zeitpunkt in einer angespannten Situation befanden. Die Pariser Presse hetzte und die Organe der französischen Regierung erschwerte zusätzlich die Arbeiten im Laboratorium. Als der Präfekt des Department Sein-et-Oise, in dem Nobel wohnte, ihm 1891 zwei Monate Gefängnis androhte, wenn er die amtlichen Vorschriften über die Herstellung und Behandlung von Explosivstoffen nicht besser beachte, und kurz darauf unter Hinweise auf das bestehende Staatsmonopol die Produktion jedweder Art von Sprengstoffen rundweg verbot, entschloss sich Alfred mit 58 Jahren Frankreich zu verlassen und einen neuen Wohnsitz in San Remo zu suchen. Dort baute er ganz nach seinen Wünschen sein Heim namens „
Mio Nido. Es ist heute in San Remo als Villa Nobel bekannt. Dort experimentiert er unabhängig trotz ansteigendem Lebensalter weiter, speziell waffentechnische Probleme versuchte er zu lösen. Alfred Nobel erfand in seinem Labor in San Remo das Progressivpulver. Nachdem er das rauchschwache Pulver erfunden hatte, wandte sich Nobel in den letzten Jahren kriegstechnischen Fragen zu, die außerhalb seines ureigentlichen Gebietes der Sprengstoffe lagen. Seinen „Schuss ohne Rauch“ wollte er zu einem „Schuss ohne Knall“ ausbauen. Während seines Lebensabends konzentrierte er sich noch mal vollkommen auf das Experimentieren, in der Zeit von 1893 bis 1895 wurden unter seinem Namen alleine 42 Erfindungen als Patente in England notiert. Er bemühte sich unter anderem um die Herstellung von künstlichem Gummi und Kunstseide. Die Anzahl seiner Patente zählen nicht weniger als 355. Wobei bemerkt werden sollte, dass diese Zahl nicht der Anzahl seiner Erfindungen gleicht, da für dieselbe Erfindung in mehreren Ländern ein Patent erworben wurde. Er sanierte 1894 eine schwedische Fabrik in Bofors, welche er zu modernsten Waffenfabrik umbauen wollte. Das Herzleiden, welches Alfred Nobel plagte, verschlimmerte sich. Im Herbst 1869 begab er sich in die Obhut eines in Paris lebenden Herzspezialisten. Am 21. November 1896 kehrte Nobel zurück nach San Remo. Mitten in seiner Arbeit erlitt Alfred am 8. Dezember 1896 in seinem Studierzimmer in seiner Villa „Mio Nido“ einen Gehirnschlag, an dessen Folgen er in den frühen Morgenstunden des 10. Dezember 1896 verstarb.

Bei der Trauerfeier die in seiner Villa stattfand, hielt der Pastor der schwedischen Gesandtschaft in Paris, die Trauerrede, in der er sagte:

    „Es gehörte zweifellos zu dem seinem Leben zugemessenen Inhalt an Einsamkeit und Leiden, in den Augen der Menschen zu viel als der reiche und merkwürdige Mann zu gelten und zu wenig als Mensch. Und so wollen wir ihn nich im Tode damit verfolgen; denn in das Jenseits folgt uns weder Geld noch Ruhm noch Tüchtigkeit. Auch das Glück des Erdenlebens folgt uns dorthin nicht. An diesem Glück kann er, trotz allem, was er besaß, uns wohl sehr arm erscheinen, einsam wie er nach seiner Wahl oder dem Schicksal nach lebte, einsam, wie er starb, ohne die Hand eines Sohnes oder einer Tochter auf der erkaltenden Stirn. Und seinen Sinn gehört nicht zu jenen, die das Geld kalt macht der der Erfolg verhärtet oder die Einsamkeit verbittert und verschließt. Er war gefühlvoll und warm bis zum Ende.“

Eine Woche darauf wurde die Leiche Alfred Nobels nach Stockholm überführt, wo am 29. Dezember im Krematorium die Einäscherung stattfand. Die Asche wurde im Familiengrab im Nordfriedhof zu Stockholm beigesetzt, in dem auch seine Eltern und sein Bruder Robert die letzte Ruhestätte gefunden haben.

2. das Erbe Alfred Nobels – sein Testament

2. 1 sein Testament und der Vollstrecker
Alfred Nobels Testament wurde, nur einen Monat nach seinem Tod, am 2. Januar 1897 in der Nya Dagligt Allehanda bekannt gegeben. Die Abwicklung des Nachlasses dauerte drei Jahre, teilweise weil das Testament von einigen der Erben angefochten wurde. Zum anderen war die Frage nach Nobels Wohnsitz umstritten, und Ansprüche wurden von verschiedenen Ländern erhoben. Der Streit wurde schließlich zugunsten Schwedens beigelegt. In seinem Testament vom 27. November 1895 begünstigte Alfred Nobel zunächst seine Neffen und Nichten sowie Bekannte und alte Bedienstete. Über das übrige, realisierbare Vermögen sollte folgend verfügt werden:

    „Das Kapital, vom Testamentsvollstrecker in sicheren Wertpapieren realisiert, soll einen Fonds bilden, dessen jährliche Zinsen als Preise denen zuerteilen werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen gebracht haben. Die Zinsen werden in fünf gleiche Teile geteilt, von denen zufällt: einen teil dem, der auf dem Gebiet der Physik die wichtigste Entdeckung oder Erfindung gemacht hat; ein Teil dem, der die wichtigste chemische Entdeckung oder Verbesserung gemacht hat; einen Teil dem, der die wichtigste Entdeckung auf dem Gebiet der Physiologie oder Medizin gemacht hat; ein Teil dem, der in der Literatur das Ausgezeichnetste in idealer Richtung hervorgebracht hat; ein Teil dem, der am meisten oder besten für die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung der stehenden Heere sowie für die Bildung und Verbreitung von Friedenskongressen gewirkt hat.“

Das Testament war mit formalen Mängeln behaftet, so dass es in der ursprünglichen Fassung nicht verwirklicht werden konnte. Somit entstand eine schwere Verantwortung, welche nun auf Sohlman und Liljequist lastete. Mit dem Ausdruck „sicher Wertpapiere“ meine Nobel Staatsschuldpapiere, welche an den fluktuierenden Goldwert geknüpft waren. Ragnar Sohlman begab sich im schon Januar 1879 nach Oslo, wo das norwegische Sorting als erste der von Alfred für die Preisverleihung ausersehenen Institutionen seinen Auftrag akzeptierte. Sohlman reiste anschließend nach Paris um eine Versteuerung aller Wertpapiere in Frankreich zu umgehen und sendete diese nach London und Stockholm. Am 13. Februar 1897 erklärte sich das Kreisgericht Karlskoga für die Überwachung der Testamentsvollstreckung für zuständig. Während der gesetzlichen Aufstellung des Nachlassinventars am 30. Oktober 1897 auf Björkborn wurde festgestellt, dass Alfred Nobel außer in Schweden, Frankreich, England auch Aktiva in Deutschland, Schottland, Italien, Österreich, Norwegen und nicht zuletzt Russland hinterlassen hatte. Nachdem die Legate ausbezahlt und die Steuern sowie die Kosten für die Abwicklung und den Vergleich erledigt waren, stand der inzwischen gebildeten Nobelstiftung am 31. Dezember 1900 ein Geldbetrag von 31.225.00,36 Kronen zur Verfügung.

 

2.2 die Nobel-Institutionen

Die Nobel-Stiftung ist eine unabhängige, nichtstaatliche Organisation. Sie wurde im Jahre 1900 als alleiniger Eigentümer des Fonds gegründet. Sie ist zum einen das Zentralorgan der Nobelorganisation sowie verantwortlich für die wirtschaftliche Verwaltung. Der Verwaltungsrat der Stiftung besteht aus sechs ordentlichen Mitgliedern und drei Stellvertretern, welche Schwedische oder Norwegische Staatsbürger sind. Der Vorsitzende und der stellvertretende Vorsitzende werden von der schwedischen Regierung ernannt: die übrigen Mitglieder werden von den Beauftragten der preisverleihenden Institution gewählt. Die Nobelstiftung untergliedert sich in die Königliche Akademie der Wissenschaften mit circa 257 Mitgliedern, die Nobel-Versammlung des Karolinska Institutes mit 50 Mitgliedern, die Schwedische Akademie mit 18 Mitgliedern sowie das Norwegische Nobel-Komitee mit 5 Mitgliedern. Die Königliche Akademie der Wissenschaften unterteilt sich in zwei Nobel-Komitees mit je 5 Mitgliedern. Zuständig sind diese für das Nobel-Institut der Physik und für das Nobel-Institut der Chemie. Die Akademie verleiht auch den Preis für Wirtschaftswissenschaft zu Alfred Nobels Gedächtnis. Die Nobel-Versammlung des Karolinska Institutes bildet auch ein Komitee von 5 Mitgliedern für das Nobel-Institut der Physiologie oder Medizin, wie auch die Schwedische Akademie für das Nobel-Institut der Literatur. Das Norwegische Nobel-Komitee steht für das Nobel-Institut des Friedens. Der Unterschied bei diesem Komitee ist, dass dessen Mitglieder vom norwegischen Parlament gewählt werden. Nobel legte das in seinem Testament mit folgenden Worten fest:

    […] und die für Friedenskämpfer von Ausschluss von fünf Personen, die vom Norwegischen Sorting gewählt werden“.

Quintessenz – Warum stiftet ein Misanthrop einen Friedenspreis?
Alfred Nobel ist in einer Person der Erfinder und Wegbereiter der modernen Kriegstechnik sowie der Stifter eines Friedenspreises – dies scheint paradox. Es ist richtig, dass er seine explosiven Erfindungen zunächst in der Friedenswirtschaft einsetzen wollte für beispielsweise den Bergbau oder Straßenarbeiten. Jedoch erhoffte er sich einen größeren Absatz vom Wettrüsten und von den Produktionen neuerer und hochwertigeren Kriegsmaschinen, Waffen sowie Kampfmittel. So erfand er auch Sprengstoffe neben dem Dynamit, die alle für den Krieg weit wichtiger waren als für den Frieden. Wie in der Hausarbeit beschrieben, lebte Alfred lieber zurück gezogen und alleine als in der Gesellschaft. Es scheint, dass nur seine Familie -vorzugsweise seine Mutter- direkten Zugang zu ihm hatten. Wie erwähnt, bezeichnete er sich als Misanthrop, also als einen Menschenhasser.

Er ging sogar so weit, dass er über sich persönlich sagte:

    „Ich habe Abscheu vor mir selbst.“ Lediglich die Pazifisten Bertha von Suttner hat noch als Freundin einen großen Einfluss in seinem Leben gehabt. Mit ihr sprach er über die Idee des Weltfriedens. Er schloss sich aber nicht der Ansicht Berthas an, welche sie in „Die Waffen nieder“

beschrieb- im Gegenteil er erhoffte sich den „Selbstmord des Krieges. Nach dem Besuch beim Weltfriedenskongress 1892 sagte Alfred Nobel:

    „Meine Fabriken werden vielleicht dem Krieg noch früher ein Ende machen als Ihre Kongresse. An dem Tag, wo zwei Armeekorps sich gegenseitig in einer Sekunde vernichten können, werden wohl alle zivilisierten Nationen vor einem Krieg zurückschaudern und ihre Truppen verabschieden.“

Mir stellt sich nun die Frage wozu er dann einen Friedenspreis stiftete? Alleine um Bertha von Suttner zu imponieren, welche diesen sogar im Jahre 1905 für ihre Friedensaktivitäten bekam? Sie war, meiner Meinung nach, der treibende Keil in den Bemühungen Nobels um den Frieden der Welt. Oder hätte dann eher Albert Einstein für die Erfindung der Atombombe in der Sicht von Alfred den Friedens- als den Physikpreis 1921 bekommen sollen? Aber wie wir wissen schreckt es auch die heutigen zivilisierten Nationen nicht ab Kriege zu führen obwohl es nun möglich wäre, dass zwei Soldatenfronten, welche sich gegenüberstehen sich wechselseitig in einer Sekunde töten könnten. Aber auch Albert Einstein bezeichnete sich als Pazifist und spielte eine hervorragende Rolle in den Bestrebungen, die der Völkerversöhnung und der Friedensbewegung dienen. Ist es vielleicht das schlechte Gewissen, was einen Gelehrten plagt, wenn er eine Erfindung macht die auf einen Schlag mehrere Menschen töten kann, dass er sich dann mehr für den Frieden einsetzt? Oder war Alfred Nobels Zukunftsvision von dem „geräuschlosen Knall“ die Waffe, welche den Selbstmord des Krieges hervorrufen wird?

Literaturverzeichnis

Fant, Kenne: Alfred Nobel, Idealist zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Birkhäuser 1995.

Junk, Victor: Die Nobelpreisträger, Dreissig Jahre Nobelstiftung, Wien/Leipzig 1930.

Levinovitz, Agnete W.: The Nobel Prize, The First 100 Years, London 2001.

Meier, Ernst: Alfred Nobel, Nobelstiftung – Nobelpreise, Berlin 1954.

Nobel Foundation: Directory, (jährliche Ausgabe) Stockholm 2006.

Ståhle, Nils K.: Alfred Nobel, und die Nobelpreise,2. Auflage, Stockholm 1989.

Zankl, Heinrich: Nobelpreise, Brisante Affairen, umstrittene Entscheidungen, Weinheim 2005.

Online-Literatur

Anwaar, André: Nobels Alptraum, Kritik zur Verleihung, DIE ZEIT Online, Stockholm 2008. http://www.zeit.de/online/2008/50/nobelpreis-verleihung-bestechung, 12.03.08, 13:12Uhr.

Krätz, Otto: Wollte Alfred Nobel mit der Stiftung seines Preises die Aura des Dynamitkönigs loswerden?, DIE ZEIT 42/2002. http://www.zeit.de/2002/42/200142_a-nobel_xml, 12.03.08, 13:16Uhr.

Bildverzeichnis

Abbildung S. 1, http://www.innovationshistoria.se/images/Alfred%20Nobel.jpg, 24. März, 14:05Uhr.

Fußnoten

  1. FANT, S. 11, Z. 3f.
  2. der Deutsch-Französische Krieg ,1870 bis 71.
  3. Immanuel Nobel, 1801 - 1872.
  4. Andriette Nobel, geb. Ahlsell, 1803 - 1889.
  5. FANT, S. 27.
  6. MEIER, S. 15.
  7. Robert Nobel, 1829 - 1896, Ludvig Nobel, 1831 - 1888.
  8. FANT, S. 29, Z. 22.
  9. FANT, S. 31, Z. 5-11.
  10. MEIER, S. 15.
  11. FANT, S. 35.
  12. ein finnisch-russischer Beamte, war Regierungspräsident in Åbo und Vorsitzender
     der Kommission
  13. des Zaren für die Entwicklung von Industrie und Handel.
  14. FANT, S. 36.
  15. Emil Nobel, 1843 - 1864.
  16. ZANKL, S. 1.
  17. STÅHLE, S. 9.
  18. Nikolai Zinin, Professur in organischer Chemie, 1812 - 1880.
     Yuli Trapp, russischer Chemiker, 1808 - 1882.
  19. FANT, S. 36. Vgl. MEIER, S. 14.
  20. FANT, S. 54.
  21. MEIER, S. 16.
  22. Théophile Pelouze, französischer Chemiker, 1807 - 1867.
  23. John Ericsson, schwedischer Ingenieur und Erfinder, 1803 - 1889.
  24. FANT, S.59.
  25. Krimkrieg 1853 – 1856.
  26. FANT, S. 50.
  27. MEIER, S. 17.
  28. FANT, S. 65.
  29. FANT, S. 65, Z. 2.
  30. FANT S. 65.
  31. Ascanio Sobrero, italienischer Chemiker und Erfinder des Nitroglycerins, 1812 - 1888.
  32. Ein Embargo ist in der internationalen Wirtschaft und Politik die Unterbindung des Exportes und  Imports von Waren oder Rohstoffen in und aus einem bestimmten Land.
  33. FANT, S. 66.
  34. FANT, S. 69.
  35. FANT, S. 69.
  36. FANT, S. 80.
  37. FANT, S. 81.
  38. FANT, S. 82.
  39. FANT, S. 82f.
  40. FANT, S. 83f.
  41. FANT, S. 92.
  42. FANT, S. 88.
  43. FANT, S. 94.
  44. Carl Wennerström, Kapitänleutnant im Technischen Korps der Marine, 1820-1893.
  45. J. W. Smitt, “König von Kungsholmen“ 1821-1904.
  46. FANT, S. 95.
  47. Prinz Oskar, der spätere König von Schweden 1872–1907 und König von Norwegen 1872–1905,
     Herzog von Östergötland, 1829 - 1907.
  48. MEIER, S. 24.
  49. MEIER, S. 25.
  50. MEIER, S. 26.
  51. MEIER, S. 21.
  52. FANT, S. 135.
  53. FANT, S. 142.
  54. MEIER, S. 27.
  55. Paul Vieille, französischer Chemiker und Erfinder, 1854 - 1934.
  56. MEIER, S. 28.
  57. MEIER, S. 21.
  58. FANT, S. 144, Z. 20-21.
  59. FANT, S. 150.
  60. FANT, S. 151, Z. 18-20.
  61. FANT, S. 152.
  62. Bertha Sofia Felitas Kinsky von Chinic, später Bertha von Suttner,
     österreichische Pazifistin und Schriftstellerin, 1843 - 1914.
  63. DIE ZEIT 42/2002.
  64. FANT, S. 155, Z. 21f.
  65. FANT, S. 155, Z. 29-31.
  66. Arthur Suttner, österreichischer Schriftsteller, 1850 - 1902.
  67. FANT, S. 156f.
  68. Sofie Hess, Blumenverkäuferin aus Wien, 1856 - ?.
  69. FANT, S. 159.
  70. MEIER, S. 40.
  71. auf Deutsch: „Mein Nest“.
  72. MEIER, S. 30.
  73. MEIER, S. 31.
  74. STÅHLE, S. 10.
  75. MEIER, S. 32.
  76. STÅHLE, S. 13.
  77. MEIER, S.33f, ab Z. 35.
  78. MEIER, S. 34.
  79. FANT, S. 426.
  80. STÅHLE, S. 15.
  81. FANT, S. 442, Z. 20ff.
  82. Ragnar Sohlman, schwedischer Chemiker, Beamte und Gründer der Nobelstiftung, 1870 – 1848.
  83. FANT, S. 433.
  84. STÅHLE, S. 17f.
  85. FANT, S. 442, Z 36f.
  86. MEIER, S. 40, Z. 22.
  87. JUNK, S. 267, Z. 15.
  88. MEIER, S. 42, Z. 29.
  89. MEIER, S. 42. Z. 35-39.
  90. LEVINOVITZ, S. 189.
  91. Albert Einstein, seine Beiträge zur theoretischen Physik haben das physikalische Weltbild veränderten, 1879 - 1955.
  92. JUNK, S. 70.
  93. siehe S. 14

 

 

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