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Die sukzessive Abwertung Israels

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Die sukzessive Abwertung Israels

von Benjamin Fredrich

05.06.2010 / 12:23 Uhr

Nach dem Angriff der israelischen Armee auf eine Hilfsgüterflotte für den Gazastreifen, hat sich die Machtverteilung im Nahen Osten deutlich verändert. In den letzten Jahrzehnten nahm die Kritik der israelischen Außenpolitik immer größeres Ausmaß an und erreicht nun ihren bisherigen Höhepunkt.

Machtverschiebung gegen Israel
Israel hat sich innerhalb von 60 Jahren isoliert. Ausländische Befürworter oder sogar Unterstützer der Politik wird es schon 2009 nicht mehr in dem Maß gegeben haben, wie das noch 1948 der Fall war. Nachdem Israel die Hilfsgüterschiffe für den Gazastreifen angriff, hat sich die Lage für das Land nochmals verschlechtert.

Sollte sich die Türkei als großer neuer Gegenspieler Israels erweisen, haben sich die Machtverhältnisse im Nahen Osten radikal verschoben. Im Gegensatz zu den bisherigen Gegnern Israels besitzt die Türkei eine der stärksten Armeen der Welt und hat gute diplomatische Beziehungen und Unterstützung aus den USA. Um Frieden gewährleisten zu können, müsste sich Israel von seinem hegemonialen Auftreten entfernen.

Auch die letzte Säule der israelischen Unterstützung, die USA, scheinen nicht mehr uneingeschränkt jede Handlung zu befürworten. Die USA würden als unglaubwürdig erscheinen wenn sie Israel unterstützen und gleichzeitig von den Chinesen verlangen, die Verbindung zu Nordkorea abzubrechen. Bleibt zu hoffen, dass Obama diesen Anspruch der Glaubwürdigkeit hat, (den sein Vorgänger ganz sicher nicht hatte) sich von Israel abwendet und es wirtschaftlich unter Druck setzt.

Geschichte der Aggressionen
Der Staat Israel befindet sich inmitten von Staaten, deren Eigenschaften in keiner Form ähnlich der israelischen sind. Direkt nach der Gründung Israels im Jahr 1948 erklärten Jordanien, Ägypten, Saudi-Arabien, Libanon, Syrien und Irak dem neuen Staat den Krieg. Die Auseinandersetzung dauerte nur einen Monat. Die israelischen Streitkräfte waren ihren Gegnern in Technik und Truppenstärke, vor allem wegen der Militärhilfe aus dem Ausland weit überlegen und konnten über den UN-Teilungsplan hinaus weitere Gebiete annektieren.

Die Lage im Nahen Osten beruhigte sich nicht. Nicht nur Syrien organisierte vereinzelte Attacken auf israelische Einrichtungen mit Hilfe der Sowjetunion. Nachdem Israel damit begann das Wasser des Jordans (die wichtigste Wasserquelle des Nahen Ostens) umzuleiten, begannen die arabischen Staaten den Banias und den Hasbani zu Ungunsten Israels umzuleiten. Dieser Konflikt löste letztlich den Sechstagekrieg von 1967 aus, in dem Israel weitere Gebiete annektierte oder besetzte, um die Wasserversorgung zu gewährleisten.

Zu diesem Zeitpunkt besetzte Israel das erste Mal den Gazastreifen aber auch die Golanhöhen, die Sinai-Halbinsel, Ostjerusaelm und das Westjordanland. Obwohl die Armee der arabischen Staaten im Sechstagekrieg quantitativ überlegen war, konnte Israel durch den enormen Ausrüstungsunterschied fast mühelos gewinnen.

Bereits kurze Zeit nachdem Israel die neuen Gebiete kontrollierte, begann die jüdische Besiedlung besonders im Westjordanland und Gazastreifen. Aufgeteilt in eigene Wohnsiedlungen und organisiert in separaten Fabriken und Geschäften entstand eine eigene Gesellschaft im palästinensischen Land. Die Siedlungspolitik wurde von Beginn an als Provokation wahrgenommen. Als erster Regierungschef der westlichen Welt verurteilte Barack Obama das Vorgehen. Nach ihm folgten weitere, wie zum Beispiel auch Frau Dr. Merkel.

1973 unternahmen Syrien, Ägypten und der Irak den erfolglosen Versuch die von Israel eroberten Gebiete zurück zu erobern (Jom-Kippur-Krieg). Beide Seiten wurden einerseits von den USA und andererseits von der Sowjetunion unterstützt.

Die Vereinten Nationen hielten die israelischen Siedlungen für ungültig, weil sie nach der Resolution 446 von 1979 „ein ernsthaftes Hindernis“ darstellen dass „einen umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden im Nahen Osten“ nicht zulässt.

Immer wieder trafen Raketen aus den Nachbarstaaten auf Israel. Während der ersten Intifada, (einer arabischen Periode des Aufstands) boykottierten die Palästinenser auch wirtschaftliche israelische Interessen. Wieder schritt das Militär Israels ein und lieferte sich über drei Jahre lang Straßenkämpfe mit Aufständischen. Die Schlachten endeten mit der Schaffung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PLO), das änderte allerdings nicht viel am Konflikt. Es folgte eine weitere Intifada von 2000 bis 2005.

Die dritte Intifada wurde 2008 ausgerufen, als Israel eine Militäroffensive gegen den Gazastreifen durführte. Die UN erklärt zu dieser Offensive, dass Israel das Völkerrecht und Menschenrecht verletzt habe. Israel unterstützte eine neutrale Aufklärung der UN nicht, es versuchte die Aufklärung eher zu verhindern. Weltweite Aufmerksamkeit erhielt der von der UN erstellte Goldstone-Bericht, der Israel unter anderem vorwirft, Phosphor als Kriegswaffe eingesetzt zu haben. Nach einem Jahr der Empörung in den Medien der Welt, wehrte sich Israel verzweifelt gegen die Vorwürfe.

Eins hat die Geschichte des Nahen Ostens gezeigt: Aggression und einseitige Macht schaffen weder Ordnung noch Frieden. Selbstverständlich werden viele Menschen wieder einmal Friedensverhandlungen fordern. Dass diese Forderung unter der derzeitigen Machtkonstellation Sinn macht ist unwahrscheinlich. Sinnvoller wäre es, Israel die Rückendeckung zu nehmen, aus Europa und auch aus den USA. Erst dann müsste der Staat Friedensverhandlungen ernst nehmen. Solange Israel Unterstützung von übergroßen Mächten erhält, werden Verhandlungen im Nahen Osten scheitern.

 

 

 

 

 

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